Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e. V. (VBS) (Hg.)

Jahresbericht des VBS-Vorstandes 03/2024–2/2025

Nach dem VBS-Kongress ist vor dem VBS-Kongress!

Die ersten Schritte und Entscheidungen sind unternommen: Vom 31.07. bis zum 04.08.2028 wird dieser auf dem Gelände der Blindeninstitutsstiftung stattfinden.

Wir freuen uns, dass der 38. VBS-Kongress in Würzburg nicht nur die ähnlichen Daten wie der von 2023 in Marburg hat (damit gut zu merken), sondern wir nach der ersten Sitzung des Kongressausschusses einen sehr gut aufgestellten, vorbereiteten Veranstalter, die Blindeninstitutsstiftung, haben.

Wir erinnern gerne an die von den „Würzburgern“ selbst formulierte Challenge: Die Ausrichterin 2023 in drei Bereichen, alle mit einem „W“ beginnend, zu übertreffen:

  • W – Wetter: Das Wetter in Marburg war wirklich eine Herausforderung; mehr Regen als Sonne, ein Wettkampf zwischen Liegestühle aufstellen und vor dem Regen „retten“, aber auch ein Anlass, näher zusammenzukommen.
  • W – Wein: Beim Sommerfest ging doch tatsächlich der Wein aus; das Interesse an dem örtlichen Weinhändler war (zu) groß.
  • W – Würzburg: „Die“ Stadt am Main, die mindestens mit der Attraktivität von Marburg mithalten kann, wenn nicht übertrifft.

Zudem denken wir weiter voraus – wir sind bereits auf der Suche nach einem Gastgeber für den nachfolgenden Kongress.

Geschäftsstelle

Lina Götz ist als hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiterin (mit einem Beschäftigungsumfang von 50 %) nun schon vielen Mitgliedern bekannt. Neben der Unterstützung bei administrativen Aufgaben gehört die Verwaltung des Mitgliederwesens seit dem Jahr 2023 zu ihren Kernaufgaben. Diese Aufgabe gestaltete sich als sehr herausfordernd, da über 1.800 Datensätze ohne softwaregestützte Schnittstelle vom alten ins neue Mitgliederprogramm übertragen werden mussten.

Bei allen Änderungen (z. B. Umzug, Anpassungen bei der Beitragskategorie, Veränderungen beim Bezug der blind-sehbehindert) steht Lina Götz den Mitgliedern gerne mit Rat und Tat zur Seite – die Kontaktaufnahme kann per Mail (office@vbs.eu) oder per Telefon (+49 931 2092 2394) erfolgen. Bitte jegliche Änderungen unbedingt melden.

Nun soll sich das Unterstützungsangebot der Geschäftsstelle Stück für Stück erweitern, indem die Ehrenamtlichen im Verband bei Verwaltungsaufgaben, z. B. im Bereich der Kassenführung, Unterstützung erhalten.

Social Media, Homepage, LinkedIn

Um Botschaften, Ideen und Angebote schneller und sichtbarer im Netzwerk der interessierten Öffentlichkeit zu vermitteln, sind stetige Anpassungen und Veränderungen nötig. Die Neuplatzierung der Fachzeitschrift blind-sehbehindert in der „digitalen Welt“ von Veröffentlichungen war dabei ein erfolgreiches Beispiel. Der Internetauftritt durch die optimierte Homepage und die Präsenz in den Social Media folgen. Dies mit den klammen Mitteln eines Verbandes, der sich durch ehrenamtliches Engagement trägt, zeitgemäß und gleichermaßen qualitativ hochwertig zu realisieren, war und ist eine große Herausforderung.

Bitte folgen Sie uns bei Instagram auf vbs.eu, auf LinkedIn unter https://www.linked​in.com/groups/12832655/ und schauen Sie sich unbedingt demnächst unsere neu gestaltete Website an. Teilen Sie unsere Posts und helfen Sie, unseren Verband bekannter zu machen! Dem neu gegründeten Social-Media-Team sind wir sehr dankbar für die Unterstützung und freuen uns, wenn sich das Team in einer der kommenden Ausgaben vorstellt.

Rehafachkräfte

Der Berichtszeitraum war wesentlich von den Bemühungen geprägt, die prognostizierte Versorgungslücke in diesem Bereich best- und baldmöglichst anzugehen und im besten Fall zu schließen.

Einzigartig war und ist hier der enge Verbund aller Beteiligten: der DBSV, der Verband der Rehabilitationslehrer und -lehrerinnen für Blinde und Sehbehinderte, die Ausbildungsstätten und der VBS sind im engen Austausch.

Einig sind sich alle, dass es einer grundständigen Qualifizierung (z. B. als bildungs- und erziehungswissenschaftlicher Ein-Fach-B.A.-Studiengang) bedarf. Ein theoriegeleiteter und handlungswirksamer Studiengang kann die wissenschaftliche Verortung der fachlichen Expertise im Fach und die notwendigen Praxisanteile angemessen verbinden.

Unter Nutzung der jeweils gültigen hausinternen Rechenmodelle konnten Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Hamburg und Marburg in Zusammenarbeit mit den beiden Ausbildungsstätten ein modellhaftes Rahmenmodell für den Lehrbedarf im Studienschwerpunkt „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“ innerhalb eines erziehungswissenschaftlichen Ein-Fach-B.A.-Studiengangs entwerfen und eine erste fiktive Kosten- und Bedarfsplanung umreißen.

Auch wenn die politischen Umstände nicht einfach waren und sind, haben wir Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, informieren und für die Fortführung politischer Gespräche gewinnen können.

Derzeit sind alle Beteiligten dabei, mit den vorliegenden Rahmenkonzepten in der Politik dafür zu werben, eine bundesweite Anerkennung und Unterstützung zu gewinnen.

Vielfältige Aktivitäten in Gremien und Kooperationen

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind:

  • Im Beirat ermöglicht der VBS zusammen mit dem DBSV die Mittelvergabe der Paul und Charlotte Kniese-Stiftung für die Ausbildungskosten der angehenden Rehafachkräfte. Weitere Kurse sind erfolgreich abgeschlossen und neue beginnen.
  • BFSG: Der VBS hat über verschiedene Kanäle eine erfolgreiche Mitarbeit in diversen Netzwerken erreicht und konnte sensibilisieren. Auch der Vortrag von Prof. Dr. Sven Degenhardt auf der Didacta 2025 – auf Einladung des wbv Verlags – konnte sehr gut zur so wichtigen Präsenz des Themas beitragen.

VBS Verbandsthemen

Insgesamt traf sich der VBS-Vorstand in diesem Zeitraum sechsmal.

  • Zu den Themen „Reisekosten“ und „Freistellungen bei Fortbildungen“ wurde unsererseits ein Schreiben aufgesetzt, um bei Dienststellen/Behörden eine Anerkennung, Teilnahme und Abrechnung von VBS-Veranstaltungen zu ermöglichen. Wer dieses benötigt, kann es sich gerne über die Geschäftsstelle (office@vbs.eu) zusenden lassen.
  • Die Landesordnungen und die Geschäftsordnung wurden angepasst.
  • Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge verlief reibungslos.
  • Dagegen ist die Umstellung auf ein digitales Abo der blind-sehbehindert von vielen nicht genutzt worden.
    Bitte steigen Sie jetzt noch auf die digitale Version um! Wer dieses verpasst hat – einfach eine E-Mail an die Geschäftsstelle (office@vbs.eu) und es wird im nächsten Abrechnungszeitraum berücksichtigt.
  • Wir haben eine eigene „VBS-Zoom-Lizenz“ – die Zugangsdaten können bei Bedarf in der Geschäftsstelle abgerufen werden.
  • Internationale Zusammenarbeit: Im Rahmen einer Videokonferenz mit dem Präsidenten des ICEVI Europe, John Ravenscroft, haben wir einen ersten Schritt unternommen, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. Bei der Konferenz in Padua wird es Veränderungen im Vorstand geben. Mit dem neu formierten Vorstand wird der VBS-Vorstand sich baldmöglichst treffen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Gleichzeitig wird der ICEVI im Kongressausschuss für 2028 vertreten sein und den VBS-Kongress über seine Kanäle international bekannt machen.
  • Als Reaktion auf die mehrfachen Anfragen aus den Ländern hat der Vorstand ein Schreiben „Auskömmliche Rahmenbedingungen für die Beratung und Unterstützung von Lernenden mit Beeinträchtigungen des Sehens und Blindheit in allen Bundesländern“ entworfen und den Landesverbänden zur Weiterleitung an die zuständigen Bildungsbehörden übergeben. In dem Schreiben wird eine aufgabengerechte, infrastrukturelle, mediale, personelle und organisatorische Ausstattung der überregionalen Beratungs- und Unterstützungszentren im Schwerpunkt Sehen als elementar für das Gelingen einer inklusiven Schulentwicklung für Lernende mit Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit herausgestellt und entsprechende Gelingensbedingungen umrissen.
  • Ende des Jahres 2024 haben wir uns intensiv mit dem Gesetzentwurf zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG) auseinandergesetzt und politisch Position bezogen. Mit einem entsprechenden Gesetz sollen ab 2028 die Zuständigkeiten für Leistungen der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) geregelt werden. Auch nach dem Bruch der Koalition – und dem dadurch ins Stocken geratenen Gesetzgebungsprozess – bleibt dieses Thema aktuell und wir beobachten den politischen Prozess weiterhin genau.

Im Sinne der Netzwerkarbeit war der VBS weiterhin in folgenden Gremien vertreten:

  • Verbändekonsultation der Monitoring-Stelle zur Umsetzung der BRK
  • BAG-Behindertenpädagogik: gesamter VBS-Vorstand
  • FBS – Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter: Kirsten Wahren-Krüger
  • GFTA – Gemeinsamer Fachausschuss für Teilhabe am Arbeitsleben: Anne Reichmann
  • GFTB – Gemeinsamer Fachausschuss hörsehbehindert/taubblind: Bettina Trissia
  • Brailleschrift-Komitee: Vivian Aldridge
  • Sitz im Beirat BFW Mainz: Dr. Michael Weis
  • Verwaltungsrat DBSV und Korporativensitzung: Anne Reichmann/Patrick Temmesfeld
  • Spitzengespräch VBS und DBSV: gesamter VBS-Vorstand
  • ICEVI – nationale Repräsentation: Charlotte Dannehr
  • DVFR – Anne Reichmann, Fachausschuss Bildung, Erziehung und Schule

Demokratie braucht Inklusion & Inklusion braucht Demokratie

Wir im VBS haben ein gemeinsames Ziel: die Förderung der Bildung, der schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe blinder und sehbeeinträchtigter Menschen. Vielfalt stellt für uns eine unverzichtbare Bereicherung für die Gesellschaft dar.

Beobachten wir die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie den politischen Diskurs, nehmen wir wahr, dass das Verständnis von Inklusion als wesentlicher Grundpfeiler unserer Demokratie infrage gestellt wird.

Von Denkansätzen, die die Wertigkeit eines Menschen mit seiner Leistungsfähigkeit verknüpfen, die Effizienz als fiskalische Aufwand-Nutzen-Rechnungen verstehen und über menschenrechtliche Grundsätze stellen und die Wissenschaft diskreditieren, distanzieren wir uns ausdrücklich. Dies widerspricht nach unserer Überzeugung dem humanitären Grundverständnis unserer Verfassung und dem Leitgedanken der Inklusion.

Unsere zivilgesellschaftlichen Aktivitäten gewinnen heute mehr denn je an Bedeutung, um unseren Einsatz für die gleichberechtigte Teilhabe aller sichtbar und nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern. Dazu braucht es unser aller ehrenamtliches Engagement, Expertise und Aufrichtigkeit.

Bitte engagieren Sie sich weiter, wo immer Sie wirken, für Inklusion!

Wie immer an dieser Stelle und immer auch besonders gerne: Danke!

Der VBS ist ein ehrenamtlich getragener Fachverband, der sich auch in diesem Zeitraum durch Expertise, Engagement und Leidenschaft auszeichnete.

Nur durch eure/Ihre Arbeit konnten und können wir dies zusammen leisten.

So ist es dem VBS gelungen – und wird es auch weiterhin gelingen –, dass wir uns für Qualitätssicherung und -erweiterung in hohem Maße einsetzen können, uns zu Wort melden und Haltung zeigen.

Nun freuen wir uns mit euch/Ihnen auf eine Zeit, in der wir den VBS wieder durch die vielen Aktivitäten aus den AGs, AKs und Landesgruppen und -verbänden erleben dürfen.

Sehr herzlich euer/Ihr VBS-Vorstand

Anne Reichmann, Patrick Temmesfeld, Sven Degenhardt, Michael Weis