Verbleib und volkswirtschaftliche Effekte internationaler Studierender in Deutschland
Internationale Studierende können einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräfteangebots und zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands leisten. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag den langfristigen Verbleib internationaler Studierender in Deutschland und die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen und fiskalischen Effekte. Grundlage sind Auswertungen des Mikrozensus, die auch internationale Studierende aus EU-Staaten erfassen und damit eine Ergänzung zu Analysen auf Basis des Ausländerzentralregisters bieten. Die Ergebnisse zeigen, dass rund 45% der mit Studienabsicht zugewanderten Personen mindestens neun Jahre nach der Einreise mit erfolgreichem Abschluss in Deutschland verblieben sind. Von diesen Personen wandert etwa ein Viertel im weiteren Erwerbsleben wieder ab, sodass etwa 34% dauerhaft bleiben. Insgesamt übersteigen die im Erwerbsleben gezahlten Steuern und Sozialbeiträge die mit der Ausbildung der internationalen Studierenden verbundenen öffentlichen Aufwendungen sowie die Leistungen der Sozialversicherungen in der Ruhestandsphase deutlich. Für den internationalen Studienanfängerjahrgang 2023 ergibt sich bis zum Lebensende eine Gesamtwertschöpfung von rund 127 Milliarden Euro und ein Überschuss für die öffentliche Hand in Höhe von 23 Milliarden Euro. Die Befunde machen deutlich, dass Maßnahmen zur Unterstützung internationaler Studierender beim Studienerfolg und Verbleib in Deutschland langfristig stark positive Auswirkungen für Wachstum und Staatsfinanzen haben.
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Geis-Thöne, W. (2026). Verbleib und volkswirtschaftliche Effekte internationaler Studierender in Deutschland. In N. Netz, N. Knüttgen, M. Osterburg, J. Kercher, & I. Fuge (Hg.), Wissenschaft weltoffen 2026. Daten und Fakten zur Internationalisierung von Studium und Forschung in Deutschland und weltweit (S. 54-59). wbv. https://doi.org/10.3278/7004002yw002