Vorstand des VBS

Jahresbericht des VBS-Vorstandes 03/2023–02/2024

VBS in Zeiten des VBS-Kongresses

Wir freuen uns sehr, dass der 37. VBS-Kongress in Marburg eine sehr erfolgreiche Veranstaltung war.

Dank eines hervorragenden Programmausschusses wurde ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Kongressprogramm erstellt. Die Deutsche Blindenstudienanstalt e. V. (blista) war eine wunderbare Gastgeberin und einfach klasse. Sehr interessierte Teilnehmende lassen bei allen, die organisiert, verantwortet und teilgenommen haben, tolle Erinnerungen zurück.

Die potenzielle Ausrichterin des Kongresses 2028, die Blindeninstitutsstiftung in Würzburg, hat sich vorgenommen, die Ausrichterin 2023 in drei Bereichen, alle mit einem „W“ beginnend, zu übertreffen:

  • W – Wetter: Das Wetter in Marburg war wirklich eine Herausforderung; mehr Regen als Sonne, ein Wettkampf zwischen Liegestühle aufstellen und vor dem Regen „retten“, aber auch ein Anlass, näher zusammenzukommen.
  • W – Wein: Beim Sommerfest ging doch tatsächlich der Wein aus; das Interesse am örtlichen Weinhändler war (zu) groß.
  • W – Würzburg: „Die“ Stadt am Main, die mindestens mit der Attraktivität von Marburg mithalten kann, wenn nicht übertrifft.

Wir drücken die Daumen!

Seitens des VBS-Vorstands sprechen wir den vielen Mitwirkenden am Kongress 2023 größte Anerkennung und einen ganz herzlichen Dank aus.

Umstellung der Zeitschrift „blind-sehbehindert“

Wir freuen uns, mit Sabine Lauber-Pohle seit dem Heft 3/2023 eine sehr kompetente Schriftleiterin gewonnen zu haben. Sie hat direkt die herausfordernde Aufgabe, die Zeitschrift in das angekündigte neue und zukunftsweisende Format zu transferieren, wunderbar gemeistert. Wir freuen uns sehr über die erste digitale Ausgabe! Zukünftig werden in der Redaktion der Zeitschrift außerdem folgende Personen aktiv sein:

  • Moni Jakob: Tagungsberichte, Ansprache Referentinnen und Referenten etc.
  • Stephanie Bechle: Jahrgangsverzeichnis + Lektorat
  • Erwin Denninghaus: Beratung für die neuen Kolleginnen und Kollegen, Akquise von Artikeln
  • Thomas Loscher: Termine und Aktuelles
  • Sven Degenhardt: weiterführende Fachfragen und Weiterentwicklung

Allen sagen wir herzlich „Danke!“ für ihren Einsatz an dieser Stelle.

Geschäftsstelle

Lina Götz ist als hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiterin (mit einem Beschäftigungsumfang von 50 %) nun schon vielen Mitgliedern bekannt, u. a. durch die Unterstützung beim VBS-Café im Rahmen des vergangenen Kongresses. Neben der Unterstützung bei administrativen Aufgaben gehört die Verwaltung des Mitgliederwesens seit dem Jahr 2023 zu ihren Kernaufgaben. Diese Aufgabe gestaltete sich als sehr herausfordernd, da über 1.800 Datensätze ohne softwaregestützte Schnittstelle vom alten ins neue Mitgliederprogramm übertragen werden mussten. Nach aufregenden Wochen am Jahresende, in welchen kurz vor dem Jahreswechsel noch erfolgreich die Mitgliedsbeiträge 2023 erhoben werden konnten, sind wir mit der neuen Mitgliedersoftware nun weitestgehend arbeitsfähig.

Bei allen Änderungen (z. B. Umzug, Anpassungen bei der Beitragskategorie, Veränderungen beim Bezug der blind-sehbehindert) steht Lina Götz den Mitgliedern gerne mit Rat und Tat zur Seite – die Kontaktaufnahme kann per Mail (office@vbs.eu) oder per Telefon (+49 931 2092 2394) erfolgen.

Nachdem diese erste „Herkulesaufgabe“ nun erfolgreich und mit viel persönlichem Einsatz von Lina Götz erledigt werden konnte, soll sich das Unterstützungsangebot der Geschäftsstelle nun Stück für Stück erweitern, indem die Ehrenamtlichen im Verband bei Verwaltungsaufgaben, z. B. im Bereich der Kassenführung, Unterstützung erhalten.

Vielfältige Aktivitäten in Gremien und Kooperationen

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind:

  • Im Beirat ermöglicht der VBS zusammen mit dem DBSV die Mittelvergabe der Paul und Charlotte Kniese-Stiftung für die Ausbildungskosten der angehenden Rehafachkräfte. Weitere Kurse sind erfolgreich abgeschlossen und neue beginnen.
  • Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Ausbildung der Rehafachkräfte: Zur Sicherung der Versorgungslücke in diesem Bereich schreiten die Überlegungen voran. Hierzu sind DBSV, der Verband der Rehabilitationslehrer:innen für Blinde und Sehbehinderte, die Ausbildungsstätten und der VBS im Austausch. Aktuell gilt es, eine grundständige Qualifizierung (z. B. als bildungs- und erziehungswissenschaftlicher B. A.-Studiengang) in den inhaltlichen und organisatorischen Eckpunkten zu entwerfen und dabei auch die notwendigen Praxis­anteile angemessen einzuschließen.
  • Weiterhin sind DBSV und VBS engagiert, Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung zu erarbeiten. Dazu gehört, die Berufe zur Unterstützung der Teilhabe von Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung bekannt zu machen und ganz besonders auch junge Leute „außerhalb der Bubble“ anzusprechen. Informationen zu den Berufen müssen auf vielfältigen Wegen zur Verfügung gestellt werden. Beginnen werden wir mit dem Berufsbild der Lehrkraft. Im ersten Schritt sollen die Tätigkeit sowie die Studienmöglichkeiten beschrieben werden. Sind diese auf der Website des VBS verfügbar, können weitere Maßnahmen – u. a. über die Agentur für Arbeit sowie Social Media ergriffen werden. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz bleibt weiterhin im Fokus des VBS; hier weiß er sich durch Expertinnen und Experten herausragend vertreten und ist bestrebt, die Thematik bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu platzieren, zu vernetzen und voranzutreiben. Die zurückliegend benannte Projektgruppe wurde bislang nicht aktiviert, da die hierfür bereits angesprochenen Mitglieder in verschiedenen Gremien aktiv sind und die gemeinsamen Interessen regelmäßig abgestimmt werden.

Im Sinne der Netzwerkarbeit ist der VBS weiterhin in folgenden Gremien vertreten:

  • Verbändekonsultation der Monitoring-Stelle zur Umsetzung der BRK
  • BAG-Behindertenpädagogik: gesamter VBS-Vorstand
  • FBS – Gemeinsamer Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter: Kirsten Wahren-Krüger
  • GFTA – Gemeinsamer Fachausschuss für Teilhabe am Arbeitsleben: Anne Reichmann
  • GFTB: Gemeinsamer Fachausschuss hörsehbehindert/taubblind: Bettina Trissia
  • Brailleschrift-Komitee: Vivian Aldridge
  • Sitz im Beirat BFW Mainz: Dr. Michael Weis
  • Verwaltungsrat DBSV und Korporativensitzung: Anne Reichmann/Patrick Temmesfeld
  • Spitzengespräch VBS und DBSV: VBS-Vorstand
  • ICEVI – nationale Repräsentation: Charlotte Dannehr

Der VBS ist stimmberechtigtes Mitglied der EBU (European Blindunion) und nahm, vertreten durch Patrick Temmesfeld, an der Sitzung vom 11.–14.02.2024 in Lissabon teil. In enger Abstimmung mit dem DBSV und dem DVBS haben wir hier die Möglichkeit, uns über Themen wie barrierefreie Informationstechnologien und (Aus-)Bildungsfragen international auszutauschen sowie diese gemeinsam voranzubringen.

Hier einige Informationen zur Sitzung:

  • Die EBU hat 42 Mitglieder.
  • Anwesend waren 36 Vertretende mit ca. 135 TN.
  • Russland ist in den Status „suspendiert“ gestellt – nicht ausgeschlossen.
  • Lettland wird aufgenommen, Kosovo ist assoziiertes Mitglied.
  • Die Geschäftsstelle ist derzeit in Paris. Ein Umzug nach Brüssel wird wegen politischer Sichtbarkeit und Einflussnahme überlegt. Hier sind sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt; Lars Bosselmann (Deutschland) ist der Direktor der EBU.
  • Die Ukraine war per Video zugeschaltet mit einem erschreckenden Kurzbericht: Unterstützung jetzt und nach dem Krieg ist dringend erforderlich.
  • Beitragserhöhung für alle EBU-Mitglieder um 10 %.

Ein neuer Vorstand wurde gewählt:

  1. Präsidentin: Tytti Matsinen, Finnland (Nachfolge von Wolfgang Angermann, Deutschland)
  2. Vizepräsidentin: Bárbara Martín Muñoz, Spanien (Wiederwahl)
  3. Zweiter Vizepräsident: Kevin Kelly (Irland)
  4. Schatzmeister: Roland Studer (Schweiz), (Nachfolge von Philippe Chazal, Frankreich)
  5. Generalsekretärin: Maria Thorstensson (Schweden) (Wiederwahl)

Mitglieder des Boards (nach Anzahl der abgegebenen Stimmen):

  1. Sabine Ström (Deutschland)
  2. Jakob Rosin (Estland)
  3. Anja Ursin (Schweden)
  4. Andreas Havsberg (Norwegen)
  5. David Aldwinckle (Vereinigtes Königreich)
  6. Hubert Perfler (Italien)
  7. Sinan Tafaj (Albanien)
  8. Dagmar Filgasová (Tschechische Republik)

Delegiert für die WBU (neben Präsidentin und Vizepräsidentin)

  1. Maria Thorstensson (Schweden)
  2. Roland Studer (Schweiz)
  3. Rodrigo Santez (Portugal)

Als Ehrenmitglied wurde u. a. Wolfgang Angermann, bis 13.02.2024 Präsident der EBU, benannt.

Wie immer an dieser Stelle und immer auch besonders gerne: Danke!

In diesem Berichtszeitraum war der VBS besonders durch den Kongress sichtbar und wirksam. Um das zu schaffen, war ganz viel VBS-Power erforderlich.

In unzähligen Vorabtreffen haben wir gemeinsam geplant, Impulse und fachlichen Input gegeben. An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich die Bedeutung der AGs, AKs sowie der Landesgruppen und -verbände hervorheben und natürlich auch den Kongressausschuss, der hervorragende Arbeit geleistet hat. Nur durch eure Arbeit konnten wir einen so gut besuchten und inhaltlich hochwertigen Kongress durchführen. Und nicht zuletzt alle Gäste haben die tolle Atmosphäre der Veranstaltung geprägt.

Durch den Kongress ist es dem VBS gelungen, sich als international vernetzter Fachverband für die Qualitätssicherung und -erweiterung in hohem Maße einzusetzen.

Nun freuen wir uns mit euch auf eine Zeit, in der wir den VBS wieder durch die vielen Aktivitäten aus den AGs, AKs und Landesgruppen und -verbänden erleben dürfen.

Nochmals herzlichen Dank und sehr herzlich,

Ihr/Euer VBS-Vorstand

Anne Reichmann
Patrick Temmesfeld
Sven Degenhardt
Michael Weis