„Gemeinsam ein Netz spannen für Kinder mit CVI“
Interdisziplinärer Fachaustausch am 04.10.2024 an der LVR-Louis-Braille-Schule Düren in Kooperation mit dem Landesverband NRW
Wie viele Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen kann man wohl an einem Brückentag motivieren, sich mit dem Randthema „CVI“ zu beschäftigen? Am 04.10.2024 sind – wir konnten es kaum fassen – 170 Menschen in die Aula der LVR-Louis-Braille-Schule in Düren geströmt! Stark vertreten waren die Lehrkräfte der Förderschulen Sehen NRW, aber auch – angelockt durch die externen Referierenden, allen voran Frau Dr. Unterberger – Mitarbeitende der regional zuständigen SPZs, Gesundheitsämter und Menschen anderer Berufsgruppen, die zum Kooperationsnetzwerk der Schule gehören oder über diese auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurden.

Abbildung 1: Vortrag Frau Dr. Unterberger vor dem Plenum
Die Neuropsychologin Frau Dr. Unterberger referierte in zwei Hauptvorträgen zu „Visuelle Wahrnehmungsstörungen (VVWS/CVI) – Definition und diagnostische Ansätze“ und zu „Visuelle Wahrnehmungsstörungen (VVWS/CVI) und ihre wichtigsten Differentialdiagnosen“. Für zwei je einstündige Zeitblöcke vor und nach dem Mittagsimbiss konnten die Teilnehmenden wählen zwischen eher medizinischen, pädagogischen oder therapeutischen Angeboten. Frau Prinz, Orthoptistin an der Universitätsaugenklinik Bonn, zeigte auf, was die Orthoptik im Zuge der Diagnostik leisten kann. Herr Corazolla und Herr Pfeiffer, Ergotherapeuten, stellten die Diagnostik in der Sehambulanz am SPZ Mainz vor. Frau Schücker von seki, der Sehambulanz der TU Dortmund, bot eine Fallbesprechung an. Die Lehrkräfte der LVR-Louis-Braille-Schule teilten in vier Workshops ihr Wissen mit den Teilnehmenden: Das Frühförderteam vermittelte anschaulich, welche Beobachtungen im vorschulischen Alter hellhörig machen sollten und wie ein Screening in der Kita aussehen kann. Frau Offermann zeigte, wie man (Bilder)Bücher adaptieren sollte. Frau Badur ging auf die Raumgestaltung ein. Frau Schiebahn, die im Erstberuf Ergotherapeutin ist, präsentierte Therapieprogramme zur Behandlung visueller Wahrnehmungsstörungen. Außerdem waren als externe Referierende Frau Debatin und Frau Trebels von der Johann-Peter-Schäfer-Schule in Friedberg angereist. Sie zeigten auf, wie Unterrichtsmaterial gestaltet werden muss. Dieses breit aufgestellte Programm wurde durch die finanzielle Unterstützung des VBS und des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ermöglicht.

Abbildung 2: Spielmaterial aus dem Kitabereich
Die Veranstaltung hat die verschiedenen Berufsgruppen miteinander ins Gespräch gebracht und den Bogen von der Wissenschaft zur praktischen Umsetzung im Alltag gespannt. Seitens der Teilnehmenden wurde betont, wie gewinnbringend der interdisziplinäre Austausch war, die Mischung aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen und die vielen Möglichkeiten, Nachfragen stellen zu können – Diskurs auf Augenhöhe. Und im Sinne der Nachhaltigkeit können die Teilnehmenden auf eine Taskcard zugreifen, auf der sämtliche Informationen hinterlegt sind.

Abbildung 3: Rückmeldungen mit einem Wort zur Veranstaltung (Wordcloud)

Gabriele Korf
Lehrkraft für Sonderpädagogik
LVR-Louis-Braille-Schule, Düren