Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
die Beiträge dieser Ausgabe lenken den Blick auf zwei zentrale Themen und Entwicklungen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik: die Notwendigkeit, Fachkräfte auszubilden, und die stetige Weiterentwicklung der Pädagogik bei Blindheit und Sehbehinderung.
Das erste Heft im neuen Jahr 2025 hat deswegen zwei Schwerpunkte: Unter der gewohnten Rubrik „Blinden- und Sehbehindertenpädagogik“ finden sich Texte, die sich mit der spezifischen Didaktik und didaktischen Angeboten bei Blindheit und Sehbehinderung befassen (z. B. Braille im Englischunterricht oder der Einsatz von Avataren in inklusiven Unterrichtssettings). Den zweiten Schwerpunkt bilden drei Texte, die sich mit den Herausforderungen der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im Schwerpunkt Sehen in drei Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen) beschäftigen. Die Texte bieten einen guten Überblick über die Herausforderungen und Problemlagen im Zusammenhang mit der Gewinnung von Fachkräften für die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik – nicht nur im Bereich des Lehramts.
Der Verband hat sich vorgenommen, dieses Thema auf mehreren Ebenen in diesem Jahr weiterzuverfolgen – sei es im Kleinen durch eine veränderte Social-Media-Strategie oder durch die Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und die Weiterentwicklung der Ausbildung für Fachkräfte für Rehabilitation (siehe Heft 2/2025).
Im Praxisteil liegt der Schwerpunkt diesmal auf taktilen Medien. Der Fokus reicht von einem englischsprachigen Gastbeitrag zu 3D-audio-taktilen Modellen über inklusive Spiele wie „Blindterni“ bis hin zur Neuauflage der „Taststraße“ – diese Projekte verdeutlichen, wie technologische und didaktische Weiterentwicklungen inklusives Lernen mit Fokus auf didaktische Fragestellungen bei Blindheit positiv voranbringen können.
Zum Abschluss regen die Tagungsberichte aus nationaler und internationaler Perspektive zum Weiterdenken an: Wie können wir spezialisierte Bildungsangebote und inklusive Ansätze miteinander verknüpfen?
Die Beiträge dieser Ausgabe sind eine Einladung, die beschriebenen Ansätze kritisch zu reflektieren und für die eigene Arbeit nutzbar zu machen. Sie zeigen, dass es nicht allein um technische Lösungen oder neue Materialien geht, sondern immer auch um die Frage, wie pädagogische Konzepte gestaltet werden können, die nachhaltig wirken und den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und viele Impulse für Ihre pädagogische Praxis.
Mit besten Grüßen
Sabine Lauber-Pohle für die Redaktion
