Bildung in Deutschland 2024
Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung
Dieser 10. Bildungsbericht führt die Berichterstattung mit bereits bekannten Indikatoren zum deutschen Bildungswesen fort und präsentiert gleichzeitig neue Indikatoren. Im Rahmen eines Schwerpunktkapitels wird vertiefend auf berufliche Bildung eingegangen und damit ein Überblick über Governance, berufliche Orientierung, Weiterqualifizierung, Qualitätssicherung und weitere Aspekte beruflicher Bildung gegeben.
Hinweise für Leser:innen
Einleitung
Wichtige Ergebnisse im Überblick
A Bildung im Spannungsfeld veränderter Rahmenbedingungen
A1 Demografische Entwicklung
A2 Wirtschaftliche Entwicklung
A3 Erwerbstätigkeit
A4 Familien- und Lebensformen
Perspektiven
B Grundinformationen zu Bildung in Deutschland
B1 Bildungseinrichtungen
B2 Bildungspersonal
B3 Bildungsausgaben
B4 Bildungsbeteiligung
B5 Bildungsstand der Bevölkerung
Perspektiven
C Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung
C1 Bildung in der Familie
C2 Angebote früher Bildung, Betreuung und Erziehung
C3 Pädagogisches Personal in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung
C4 Beteiligung an früher Bildung, Betreuung und Erziehung
C5 Ausgangslage bei Schuleintritt
Perspektiven
D Allgemeinbildende Schule und non-formale Lernwelten im Schulalter
D1 Schulstruktur und Schulbesuch
D2 Übergänge und Wechsel im Schulwesen
D3 Ganztägige Bildung und Betreuung im Schulalter
D4 Pädagogisches Personal im Schulwesen
D5 Lernumwelten in Schule und Unterricht
D6 Bildungsaktivitäten an außerschulischen Lernorten
D7 Kognitive Kompetenzen
D8 Schulabgänge und Schulabschlüsse
Perspektiven
E Berufliche Ausbildung
E1 Entwicklung der 3 Sektoren beruflicher Ausbildung
E2 Angebot und Nachfrage in der dualen Ausbildung
E3 Ausbildungen im Schulberufssystem
E4 Pädagogisches Personal in der beruflichen Ausbildung
E5 Abschlüsse und Verbleib nach der beruflichen Ausbildung
Perspektiven
F Hochschule
F1 Hochschulisches Bildungsangebot
F2 Studienberechtigte und Übergang in die Hochschule
F3 Studienanfänger:innen und Studierende
F4 Studienverläufe
F5 Studienabschlüsse und beruflicher Verbleib von Absolvent:innen
Perspektiven
G Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter
G1 Anbieter und Angebote der Weiterbildung
G2 Teilnahme an Weiterbildung
G3 Personal in der Weiterbildung
G4 Wirkungen und Erträge von Weiterbildung
Perspektiven
H Berufliche Bildung
H1 Governance in der beruflichen Bildung
H2 Berufliche Orientierung und Teilnahme an beruflicher Bildung
H3 Bildungsverläufe, Abbrüche und Umorientierungen in der beruflichen Bildung
H4 Weiterqualifizierung und Erwerbstätigkeit
H5 Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung
H6 Bilanzierung und Handlungsbedarfe für Politik und Forschung
I Bildungsverläufe, Kompetenzentwicklung und Erträge
I1 Bildungswege und -verläufe
I2 Kompetenzentwicklung im Lebensverlauf
I3 Arbeitsmarktbezogene und monetäre Erträge
I4 Nichtmonetäre Erträge
Perspektiven
Literaturverzeichnis
weitere Infos
Nationaler Bildungsbericht 2024: Schwerpunkt berufliche Bildung
Der Bericht »Bildung in Deutschland 2024« mit einer Analyse zu beruflicher Bildung zeigt Trends und Herausforderungen im deutschen Bildungssystem ebenso wie Wirkungen und Erträge von Bildung. Der Bericht ist die aktuelle Ausgabe eines langfristigen Monitorings, das als zentrale Quelle Informationen für Bildungspolitik, -verwaltung und -praxis, für die Öffentlichkeit und für Wissenschaft und Forschung bereitstellt.
Mehr Bildungsteilnehmer:innen
Insgesamt besuchten 2022 17,9, Millionen Menschen Einrichtungen der Frühen Bildung, allgemeinbildende und berufliche Schulen sowie Hoch-schulen, Berufsakademien und Einrichtungen der Aufstiegsfortbildung. Im Vergleich zu 2012 stiegen die Zahlen um 1,1 Millionen. Besonders deutlich war der Anstieg bei Kindern im Kita- und Grundschulalter: In Kitas hat sich die Altersgruppe der 3- bis unter 6-jährigen 20% gegenüber 2012 vergrößert. Auch die Altersgruppe im Grundschulalter wuchs um 16%. Über ein Viertel dieser Kinder hat eine Einwanderungsgeschichte. Gleich-zeitig stieg auch die Zahl der Bildungseinrichtungen auf 104.000 und liegt damit 6% über dem Stand von 2012. Besonders das Angebot an Kitas, Hochschulen und Berufsakademien wurde ausgebaut.
Schwerpunkt berufliche Bildung
Der lebenslange Prozess der beruflichen Bildung beginnt bereits in der frühen Kindheit. Eine besondere Rolle spielt die berufliche Orientierung im Jugendalter, beim Übergang in Ausbildung oder Studium. Zahlreiche Jugendliche fühlen sich nicht ausreichend informiert, können nicht ihren Berufswünschen nachgehen oder brechen ihre beruflichen Bildungswege ab. Obwohl Maßnahmen zur beruflichen Orientierung hier von großer Bedeutung sind, werden sie bisher nicht ausreichend evaluiert. Um diesen Entwicklungen zu begegnen sind neben der Weiterentwicklung beruflicher Orientierungsmaßnahmen flexible Bildungsformate, effiziente Anerkennungsverfahren und Strukturen notwendig, die (Um-)Orientierung so-wie nahtlose Übergänge auch zwischen verschiedenen Bildungsbereichen in jedem Alter ermöglichen. Die aktuellen Befunde zeigen jedoch, dass diese komplexen Steuerungslogiken in der beruflichen Bildung deutlich hinsichtlich ihrer Flexibilität und Agilität auszubauen sind, um die berufliche Bildung effektiv und zukunftsfähig zu gestalten.
Trends und Herausforderungen
Ein zentraler Trend im gesamten Bildungssystem ist die Digitalisierung von Lernprozessen, die vielfältige Möglichkeiten eröffnet, zugleich aber auch neue Ungleichheiten schafft und die individuelle Teilhabe beeinflusst. Strukturen und Prozesse im Bildungssystem werden weiterhin durch Zuwanderungen beeinflusst, auch wenn mit dem Zuwanderungsgesetz 2005 in Deutschland gezielte Integrations- und Sprachbildungsangebote entstanden sind. Der Personalmangel im Bildungssystem betrifft alle Be-reiche und erfordert innovative Lösungen zur Rekrutierung und Nutzung vorhandener Kapazitäten. Trotz steigender Bildungsausgaben reichen die Investitionen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Heterogenität der Lernenden und institutionelle Unterschiede verlangen nach individualisierter Förderung, was das pädagogische Personal herausfordert. Sozio-ökonomische und regionale Unterschiede beeinflussen die Bildungsteilnahme und -ergebnisse erheblich und führen zu deutlichen Chancenungleichheiten. Berufliche Bildung als lebenslanger Prozess ist unzureichend gesteuert und das Bildungssystem reagiert eher reaktiv als proaktiv auf gesellschaftliche Veränderungen
Grundlage der Berichterstattung sind repräsentative und fortschreibbare Daten aus amtlichen Quellen und sozialwissenschaftlichen Erhebungen. Zum 10. Mal wertet die Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung, die mit Wissenschaftler:innen renommierter wissenschaftlicher Einrichtungen und statistischer Ämter besetzt ist, empirische und statistische Daten aus allen Bildungsbereichen Deutschlands aus, von Kita bis Hochschule und Weiterbildung. Ausgewertet wurden Daten aus den Bereichen: Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung, Allgemeinbildende Schule und non-formale Lernwelten im Schulalter, Berufliche Ausbildung, Hochschule, Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter, Berufliche Bildung sowie Bildungsverläufe, Kompetenzentwicklung und Erträge.
Der vollständige Bericht kann kostenfrei - unter anderem bei wbv.de - heruntergeladen werden. Die gedruckte Ausgabe ist im Buchhandel oder bei wbv.de erhältlich. Auf der Website bildungsbericht.de stehen Informationen zur Konzeption des Berichtes sowie weitere Daten zur Verfügung.
Die Erarbeitung des Berichtes wurde mit Mitteln der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.
Herausgeber
Der Bericht wurde unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation von einer Gruppe wissenschaftlicher Einrichtungen und statistischer Ämter erstellt. Mitglieder der Autor:innengruppe sind das Deutsches Institut für Erwachsenenbildung ̶ Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen (DIE), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), das Sozio-logische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Georg-August-Universität sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Destatis, StLÄ).
Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung (Hg.)
Bildung in Deutschland 2024
Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung
432 Seiten, Bielefeld 2024
E-Book im Open Access
DOI: 10.3278/6001820iw
Printausgabe 69,- Euro
Bestell-Nr. 6001820i
ISBN 978-3-7639-7744-4
Schlagworte
- allgemeinbildende Schule
- allgemeine Weiterbildung
- berufliche Ausbildung
- Bildungsberichterstattung
- Bildungsbeteiligung
- Bildungsfinanzierung
- Bildungspersonal
- Bildungsplanung
- Bildungspolitik
- Bildungsstudie
- Bildungssystem
- Bildungssystem in Deutschland
- demografische Entwicklung
- Erwachsenenbildung
- frühkindlichen Bildung
- Hochschule
- Lebenslanges Lernen
- OECD
- Weiterbildung
- Übergang
- Übergang Schule-Beruf