Hanna Böving, Erik Haberzeth, Susanne Umbach, Elise Glaß

Kompetenzverschiebungen im Digitalisierungsprozess

Veränderungen für Arbeit und Weiterbildung aus Sic ht der Beschäftigten

Band-Nr.: 38

Reihe: Erwachsenenbildung und lebensbegleitendes Lernen - Forschung & Praxis

Artikelnummer: 6004593

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2020, 212 Seiten, 49,90 €
 
ISBN: 9783763958276
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2020, 212 Seiten, kostenlos
 
ISBN: 9783763965922
DOI: 10.3278/6004593w
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Pressetext
- Digitalisierung am Arbeitsplatz: Weiterbildung personalorientiert und partizipativ gestalten
Kompetenzentwicklungsstudie mit subjektbezogenem Ansatz -

Wie können Beschäftigte dabei unterstützt werden, den digitalen Wandel am Arbeitsplatz selbst mitzugestalten? Diese Frage hat ein Forschungsteam  …mehr
- Digitalisierung am Arbeitsplatz: Weiterbildung personalorientiert und partizipativ gestalten
Kompetenzentwicklungsstudie mit subjektbezogenem Ansatz -

Wie können Beschäftigte dabei unterstützt werden, den digitalen Wandel am Arbeitsplatz selbst mitzugestalten? Diese Frage hat ein Forschungsteam aus Hamburg und Zürich anhand von sechs betrieblichen Fallstudien aus Logistik und stationärem Einzelhandel untersucht. Ihr besonderer Untersuchungsansatz: Die Beschäftigten werden als Exper-tinnen und Experten ihrer eigenen Arbeit wahrgenommen und liefern zentralen Input zu den Inhalten und Abläufen für die betriebliche Wei-terbildung. Der Band »Kompetenzverschiebungen im Digitalisierungsprozess« stellt das Projekt, die theoretischen Grundlagen und die Ergebnisse vor.

Der subjektbezogene Ansatz wird für die Transformationsprozesse an betrieblichen Arbeitsplätzen genutzt. Das Autorenteam untersucht, welche Rolle persönliche Wahrnehmung, erfahrungsbasiertes Handeln und wissenschaftsorientiertes Problemlösen für kompetentes Handeln spielen, auch unter hochtechnisierten Bedingungen und in eher ausführenden Arbeitsbereichen. Aus den Ergebnissen entwickelt das Forscher:innenteam ein erweitertes Kompetenzprofil, das die Besonderheiten der Digitalisierung aufnimmt und gleichzeitig Grundlage für eine personalorientierte und partizipative Weiterbildungspraxis ist. Das Fazit: Beschäftigte sollten als Expertinnen und Experten ihrer Arbeit schon früh schon in die Bedarfsentwicklung einbezogen werden. Dazu gehört eine Unternehmenskultur, die die Belegschaft als zentrale Größe für den Unternehmenserfolg versteht und in die ebenso investiert werden muss, wie in technische Entwicklungen.

- wbv Open Library 2020 -
Der Band erscheint in der wbv Open Library, einem Crowdfunding-Projekt, das die Open Access-Veröffentlichung von Monografien aus Erwachsenenbildung sowie Berufs- und Wirtschaftspädagogik ermöglicht. Die Website wbv.de/openlibrary informiert über geförderte Titel und fördernde Institutionen.
Autor:in/Herausgeber:in

Dr.in Susanne Umbach (Jg. 1972) lehrt und forscht an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Sie arbeitet über Lernen Erwachsener, Kompetenzentwicklung in Automation und Digitalisierung, ästhetische Forschungszugänge sowie Friedenspädagogik in der Erwachsenenbildung.

Prof. Dr. Erik Haberzeth (Jg. 1975) ist Professor für Höhere Berufsbildung und Weiterbildung an der PH Zürich. Er forscht über Lehren und Lernen, berufliche und betriebliche Weiterbildung, System, Recht und Politik der Weiterbildung sowie Digitalisierung von Arbeit und Weiterbildung.

Hanna Böving (Jg. 1986) ist Projektkoordinatorin für den Bereich «Digitaler Wandel der Arbeitswelt» bei der Region Hannover. Ihr Fokus liegt auf der Digitalisierung von Arbeit und Lernen sowie Robotik und KI.

Elise Glaß (Jg. 1987) arbeitet im Lehrgebiet Wissenschaftliche Weiterbildung und Hochschuldidaktik an der FernUniversität in Hagen. Sie forscht über Theorien der Erwachsenenbildung, betriebliche Weiterbildung und Profession

Aus dem Inhalt (u.a.)

1 Einführung: Kompetenzverschiebungen aus Beschäftigtensicht
2 Digitale Arbeit, Kompetenz und Weiterbildung
2.1 Diskussionsebenen und Phasen der Digitalisierung
2.2 Untersuchungen zum Wandel von Kompetenzanforderungen durch Digitalisierung
2.3 Rolle und Ausrichtung von Weiterbildung im digitalen Wandel
3 Kompetenzverschiebungen im Ebenenmodell als theoretischer Rahmen
3.1 Zugänge von Kompetenzanalysen
3.2 Kompetenz und Lernen
3.3 Empirische Erfassung von Kompetenzverschiebungen
3.3.1 Erster Bezugspunkt: Handlungsregulationstheorie
3.3.2 Zweiter Bezugspunkt: Objektivierendes und subjektivierendes Arbeitshandeln
3.3.3 Dritter Bezugspunkt: Inhaltliche Ausrichtungen von Kompetenz
3.4 Analyseschema für Kompetenzverschiebungen im Verhältnis von Wissen und Erfahrung
3.5 Lern- und persönlichkeitsförderliche Arbeitsgestaltung
4 Methodischer Zugang: Betriebsfallstudien in Logistik und Einzelhandel
4.1 Untersuchungsfeld Einzelhandel und Logistik
4.1.1 Stationärer Einzelhandel: Systematisierung und Digitalisierungsdiskurse
4.1.2 Logistik: Systematisierung, Beschäftigung und Digitalisierungsdiskurse
4.2 Forschungsdesign und Sample
4.3 Auswertungsverfahren und Systematik der Ergebnisdarstellung
5 Empirische Analysen 1 - stationärer Einzelhandel
5.1 Fallprofile
5.1.1 Fallprofil 1 - Fachmarkt
5.1.2 Fallprofil 2 - Verbrauchermarkt
5.1.3 Fallprofil 3 - Verkehrsreisebüros
5.2 Veränderungen der Arbeitstätigkeit im Einzelhandel
5.3 Zentrale digitalisierungsbezogene Problembereiche im Einzelhandel
6 Empirische Analysen 2 - Logistik
6.1 Fallprofile
6.1.1 Fallprofil 4 - Verteilzentrum
6.1.2 Fallprofil 5 - Containerterminal
6.1.3 Fallprofil 6 - Instandhaltung
6.2 Veränderungen der Arbeitstätigkeit in der Logistik
6.3 Zentrale digitalisierungsbezogene Problembereiche in der Logistik
7 Kompetenzverschiebungen an digitalisierten Arbeitsplätzen
7.1 Kompetenzverschiebungen im Einzelhandel
7.1.1 Kompetenzebenen
7.1.2 Kompetenzbereiche
7.2 Kompetenzverschiebungen in der Logistik
7.2.1 Kompetenzebenen
7.2.2 Kompetenzbereiche
7.3 Differenzierung von Handlungspotenzialen: sinnliche Erfahrung, begriffliche Einordnung, systematische Analyse
7.3.1 Aspekte sinnlicher Erfahrung: Emotionalität, sinnliche Wahrnehmung, Körperlichkeit
7.3.2 Aspekte begrifflicher Einordnung: regelgeleitetes Handeln, subjektives Erfahrungswissen, sprachliche Fassung
7.3.3 Aspekte systematischer Analyse: Situationsanalyse, Rollenklärung und Selbstreflexion, Lernen
8 Digitalisierung und betriebliche Weiterbildung: Ergebnisse der Fallstudien
8.1 Weiterbildung im stationären Einzelhandel
8.1.1 Betriebliche Weiterbildungsangebote
8.1.2 Digitalisierungsbezogene Probleme betrieblicher Weiterbildung
8.2 Weiterbildung in der Logistik
8.2.1 Betriebliche Weiterbildungsangebote
8.2.2 Digitalisierungsbezogene Probleme betrieblicher Weiterbildung
8.3 Zusammenfassung: Problembereiche der Weiterbildung
9 Fazit: Leitlinien eines personalorientierten Ansatzes betrieblicher Weiterbildung im digitalen Wandel
9.1 Erweitertes Kompetenzprofil: erfahrungsbasierte-wissenschaftsorientierte Kompetenz
9.1.1 Umfassende sinnliche Wahrnehmung
9.1.2 Erfahrungsbasiertes Handeln
9.1.3 Wissenschaftsorientiertes Problemlösen
9.2 Partizipative Bedarfsentwicklung
9.3 Digitalisierungsbezogene Themen und Inhalte
9.3.1 Digitale Basiskompetenzen
9.3.2 Überblickswissen und reflexiver Zugang zu Technik
9.3.3 Kommunikation und Kooperation in digitalen Umgebungen
9.3.4 Rollenverschiebungen und Werthaltungen
9.3.5 Fachliches Wissen
9.3.6 Erfahrungs- und Improvisationsfähigkeit
9.4 Lehren und Lernen
9.4.1 Weiterbildung in dynamischen Verhältnissen
9.4.2 Systematisches Wissen als langfristige Investition
9.4.3 Lehr-Lernformen in digitalisierten Arbeitsumgebungen
9.5 Weiterbildung und Organisationsentwicklung
9.5.1 Ein pädagogischer Blick auf Organisationsentwicklung
9.5.2 Personalorientierung in der Unternehmenskultur