Impulse: Schwere und mehrfache Behinderung

Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung kommt in einer Gesellschaft, die alle Menschen einschließt, ihre Menschenwürde und ihre bedingungslose Zugehörigkeit und Teilhabe sowie ihre individuellen Entwicklungschancen sichern will, besondere Bedeutung zu, denn schwere und mehrfache Behinderung bedeuten nicht nur Einschränkungen kognitiver, motorischer und körperlicher Funktionen, sondern auch das Vorhandensein von Potenzialen, die ausgebildet werden können und müssen.

Inklusive Aspekte und ganz spezifische Frage- und Aufgabenstellungen, die das Leben mit schwerer und mehrfacher Behinderung bestimmen und beeinflussen, werden in den Blick gefasst und mit Perspektiven aus Wissenschaft und theoretisch fundierter Praxis vereint. Daraus ergibt sich ein facettenreiches, differenziertes Gesamtbild. Der fachwissenschaftliche Diskussionsstand wird dokumentiert, konkrete Praxisprojekte werden dargestellt und notwendige zukünftige Entwicklungen angeregt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lernen, Bildung und Leben in der Gemeinschaft einschließlich Teilhabe und Mitgestaltung an der Kultur realisiert werden können.

Die Reihe Impulse: Schwere und mehrfache Behinderung will Mut machen und dazu auffordern, die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Interesse der Menschen zu nutzen und zugleich die Forschung voranzutreiben und auszuweiten.

Publikationen

ARTIKELDETAILS

Tobias Bernasconi, Ursula Böing (Hg.)

Schwere Behinderung & Inklusion

Facetten einer nicht ausgrenzenden Pädagogik

2016, 292 Seiten

Band-Nr.: 2

Reihe: Impulse: Schwere und mehrfache Behinderung

Artikelnummer: 6006220

Buch:
ISBN: 9783763969180
E-Book (PDF):
ISBN: 9783898967884
DOI: 10.3278/6006220w

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Beschreibung

Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung galten - bis in die jüngste Vergangenheit - als ¿bildungsunfähig¿. Derart klassifiziert wurde ihnen sozial und anthropologisch lediglich eine Randstellung in der Gesellschaft zugewiesen. Dies implizierte einen umfassenden Ausschluss aus allen pädagogischen Handlungsfeldern. Kein anderer Personenkreis ist historisch derart umfassend von Ausgrenzung betroffen wie Menschen, die als schwer- und mehrfachbehindert bezeichnet werden. Mit der Ratifizierung der UN-BRK steht die Allgemeine Pädagogik vor der Herausforderung, die Teilhabe aller Kinder, Jugendlicher und Erwachsener - und damit auch der Personen, die als schwer- und mehrfachbehindert gelten - am Bildungssystem zu sichern, Marginalisierung zu vermeiden und Barrieren abzubauen. Mit Inklusion ist der Anspruch einer grundständigen Analyse von Teilhabe- und Exklusionsprozessen in Bildungsinstitutionen und die Identifizierung damit einhergehender notwendiger Transformationsprozesse in den unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern verbunden. Im Kontext dieser Prozesse scheint der Personenkreis der Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung aktuell wenig wahrgenommen zu werden. Der vorliegende Herausgeberband möchte dieses Desiderat in den Fokus nehmen und Möglichkeiten einer nicht ausgrenzenden Pädagogik in Theorie und Praxis thematisieren. Dazu werden sowohl auf disziplinärer wie auch auf professionell-praktischer Ebene tragfähige Legitimationsfiguren und praktische Konzepte identifiziert, um die umfassende Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit schwerer und mehrfacher Behinderung am allgemeinen Bildungssystem zu sichern und der Gefahr eines erneuten Ausschlusses zu begegnen.


Die Herausgebenden

Norbert Heinen, Professor für Pädagogik und Rehabilitation bei Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung – Department für Heilpädagogik und Rehabilitation – Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln

Theo Klauß, Professor für Geistigbehindertenpädagogik – Institut für Sonderpädagogik – Pädagogische Hochschule Heidelberg

Wolfgang Lamers, Professor für Geistigbehindertenpädagogik – Institut für Rehabilitationswissenschaften – Humboldt-Universität zu Berlin

Klaus Sarimski, Professor für Sonderpädagogische Frühförderung – Institut für Sonderpädagogik – Pädagogische Hochschule Heidelberg