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Thomas Schuetz

Die Leinenwarenherstellung im Königreich Württemberg

Technologietransfer und technisches Expertenwissen im 19. Jahrhundert

2019, 280 Seiten

Auflage: 2. Auflage

Band-Nr.: 40

Reihe: Beiträge zur Kulturwissenschaft

Artikelnummer: 6006275w

Buch:
ISBN: 978-3-89896-685-6
E-Book (PDF):
ISBN: 978-3-89896-901-7
DOI: 10.3278/6006275w

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Beschreibung

Mit der gescheiterten Leinenmanufaktur in Heilbronn des Verlegers Johann Friedrich Cotta wird der seltene Fall eines untergegangenen Unternehmens dokumentiert und mit der erfolgreichen Einführung neuer Techniken in Blaubeuren verglichen. Die Untersuchung dieser beiden Fallbeispiele bildet den Hintergrund, vor dem der Wandel Württembergs von einem unterentwickelten Agrarland zu einem der wichtigsten industriellen Ballungsräume der Welt am Beispiel der Leinenindustrie nachgezeichnet wird. Der Diskurs um die Modernisierung unter den relevanten Akteursgruppen, namentlich Staatsdienern, Unternehmern und Experten, konzentrierte sich neben Fragen der Finanzierung und der Wissensdiffusion auf die Realisierung des Technologietransfers aus weiterentwickelten Ländern. Dafür wurden Fachkräfte abgeworben, Technik importiert und aktiv Industriespionage im Ausland betrieben. Der daraus erwachsende Wandel von der zünftigen Heimarbeit hin zur kapitalistischen, industriellen Produktion veränderte nicht nur die Arbeitsbedingungen aller involvierten Akteursgruppen nachhaltig, sondern machte gleichzeitig eine Vielzahl von Spinnern und Webern arbeitslos. Dem Leser bietet die auf einem eingehenden Quellenstudium basierende Rekonstruktion des zeitgenössischen Expertendiskurses die Möglichkeit, die etablierte Meistererzählung vom Aufstieg des »Musterländles« zu dekonstruieren und sich ein realistisches Bild der nachholenden Industrialisierung im Königreich Württemberg zu erschließen.


Das sagt die Presse

Thomas Schuetz hat für sein Buch »Die Leinenwarenherstellung im Königreich Württemberg« den CONRAD-MATSCHOSS-PREIS für Technikgeschichte zugesprochen bekommen.

 

Der Preis wird alle zwei Jahre vom Verein Deutscher Ingenieure e.V. ausgelobt. Die Vergabe des Preises soll sowohl die technikhistorische Forschung als auch das Interesse der Öffentlichkeit für die Technikgeschichte fördern. Besonderer Wert wird bei der Bewertung daher auf Verständlichkeit in der Darstellung gelegt.

Autor:in/Herausgeber:in

Der Wissenschafts- und Technikhistoriker Thomas Schuetz hat in Stuttgart und Frankfurt Geschichte, Geschichte der Naturwissenschaften und Technik und Wissenschaftsgeschichte studiert. In seiner Promotion widmete er sich dem Wissenstransfer zwischen dem lateinisch-christlichen Abendland und dem islamischen Kulturraum im Mittelalter und der Frühen Neuzeit am Beispiel der Bautechnik. Seit 2011 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Stuttgart am Lehrstuhl für die Wirkungsgeschichte der Technik tätig und hat sich dort unter anderem mit der nachholenden Industrialisierung im Königreich Württemberg beschäftigt.