Vera Dittmar

Arbeitsmarktintegration für Migranten fördern

Potenziale der Jobcenter

Artikelnummer: 6004514

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2016, 267 Seiten, 39,00 €
 
ISBN: 9783763956913
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2016, 267 Seiten, 39,00 €
 
ISBN: 9783763956920
DOI: 10.3278/6004514w
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Pressetext
In den vergangenen Monaten hat Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen. Jetzt stehen die Jobcenter vor der Aufabe, die Migrantinnen und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Wie gehen sie diese wichtige Aufgabe an? Welche Potenziale haben Jobcenter, um Menschen mit  …mehr
In den vergangenen Monaten hat Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen. Jetzt stehen die Jobcenter vor der Aufabe, die Migrantinnen und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Wie gehen sie diese wichtige Aufgabe an? Welche Potenziale haben Jobcenter, um Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern? Diese Forschungsfrage steht im Zentrum der Studie 'Arbeitsmarktintegration für Migranten fördern'. Die Arbeitsmarktforscherin Vera Dittmar untersucht, ob die Geschäftsführungen der Jobcenter ihre Entscheidungsspielräume nutzen und wie die Mitarbeitenden ihre Handlungsspielräume bei der Arbeitsvermittlung von Migrantinnen und Migranten gestalten.

Am Beispiel von drei Jobcentern untersucht die Autorin die Dienstleistungsangebote und ¿versprechen. Dabei wird sichtbar, dass die potenziellen Mehrwerte der Migrierenden nicht automatisch sichtbar werden: Es liegt in den Händen der Jobcenter, die Förderung von Migrantinnen und Migranten gezielt auf die migrationsbezogenen Ressourcen und Bedarfe dieser Klientel auszurichten. Vera Dittmar zeigt detailliert und praxisnah, dass Jobcenter ihr Dienstleistungsangebot migrationssensibel gestalten können, wenn sie passende organisatorische Strukturen aufbauen. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass die Jobcenter ihr Potenzial zur Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern noch nicht ausschöpfen.

- Daten -
Grundlage der Studie sind qualitative Daten aus Interviews mit Expertinnen und Experten in Jobcentern und beratenden Organisationen, sowie mit Migrantinnen und Migrant, die zwischen 2013 und 2015 erhoben wurden. Die quantitativen Daten zu den Jobcentern der Vergleichstypen lieferte der Statistische Service der Bundesagentur für Arbeit (2014).
Autor:in/Herausgeber:in

Vera Dittmar (Dr.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Sie war Mitarbeiterin des Projektes 'Wirkungen des SGB II auf Menschen mit Migrationshintergrund' am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.

Aus dem Inhalt (u.a.)

1. Einleitung
1.1 Erkenntnisinteresse und Eingrenzung der Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Zum Stand der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit migrationsbezogenen Ressourcen und Bedarfen
2.1 Definition der Gruppe von Personen mit migrationsbezogenen Ressourcen und Bedarfen
2.2 Wesentliche Charakteristika des Bevölkerungsanteils mit Migrationshintergrund
2.3 Die Einkommens- und Arbeitsmarktsituation von Personen mit Migrationshintergrund
2.4 Qualifikationsstruktur und Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage
2.5 Zusammenfassung
3. Das Dienstleistungsversprechen der Jobcenter in Bezug auf KlientInnen mit migrationsbezogenen Ressourcen und Bedarfen
3.1 Die Jobcenter als Grundsicherung für Arbeitssuchende
3.2 Die Einführung der Jobcenter im Zuge der Hartz-Reformen
3.3 Wesentliche Organisationsmerkmale der Jobcenter
3.4 Das ambivalente Dienstleistungsversprechen der Jobcenter
3.5 KlientInnen der Jobcenter mit migrationsbezogenen Ressourcen und Bedarfen
3.6 Zusammenfassung
4. Das Jobcenter als soziale Dienstleistungsorganisation mit bürokratischen Elementen
4.1 Das Konzept der Organisationstypen - Die Jobcenter als hybride Organisation
4.2 Das Jobcenter als soziale Dienstleistungsorganisation
4.3 Zusammenfassung: Jobcenter als soziale Dienstleistungsorganisationen mit bürokratischen Elementen
5. Die Ausgestaltung von Entscheidungs- und Handlungsspielräumen in sozialen Dienstleistungsorganisationen
5.1 Das Konzept des Spielraums in sozialen Dienstleistungsorganisationen
5.2 Die Entstehung von Spielräumen in sozialen Dienstleistungsorganisationen.
5.3 Die Beeinflussung der Ausgestaltung von Spielräumen durch Faktoren
5.4 Die Nützlichkeit von Spielräumen für ausgewählte Gruppen von AkteurInnen
5.5 Die Beeinflussung der Spielraumgestaltung durch Diversity Management-Strategien
5.6 Die Beeinflussung der Spielraumgestaltung durch Diskriminierung
5.7 Zusammenfassung und Vorstellung der forschungsleitenden Prämissen
6. Forschungsdesign und methodisches Vorgehen
6.1 Die methodologischen Grundlagen quantitativer und qualitativer Forschung
6.2 Der Forschungs- und Auswertungsprozess
6.3 Die Auswahl des Untersuchungsgegenstands
6.4 Die Erhebungsmethoden
6.5 Die Auswertungsmethoden
6.6 Zusammenfassung
7. Die AkteurInnen und ihre Tätigkeitsfelder mit Spielraum
7.1 Der juristische Ermessensspielraum
7.2 Die Tätigkeitsfelder mit Entscheidungsspielraum der Geschäftsführung
7.3 Die Tätigkeitsfelder mit Entscheidungsspielraum der Teamleitung
7.4 Die Tätigkeitsfelder mit Handlungsspielraum der MitarbeiterInnen im Bereich der Arbeitsvermittlung
7.5 Die Tätigkeitsfelder mit Entscheidungsspielraum der Migrationsbeauftragten
7.6 Die Tätigkeitsfelder in Jobcentern, die durch Organisationen der Migrationsberatung beeinflusst werden können
7.7 Zusammenfassung
8. Die Einflussfaktoren auf die Ausgestaltung von Spielräumen
8.1 Der Faktor "Gesellschaftliche Rahmenbedingungen"
8.2 Der Faktor "Merkmale der SpielraumanwenderInnen"
8.3 Der Faktor: "Einschätzung der Merkmale von KlientInnen"
8.4 Zusammenfassung: Die Einflussfaktoren auf die Spielraumgestaltung
9. Die Ausgestaltung von Spielräumen in drei ausgewählten Jobcentern
9.1 Die strategische Ausrichtung der Jobcenter
9.2 Die Umweltbeziehungen der Jobcenter
9.3 Die Organisationspraxis der Jobcenter
9.4 Die Organisationsergebnisse - Die Jobcenter in Kennzahlen
9.5 Zusammenfassung: Das unterschiedliche Dienstleistungsangebot der drei Jobcenter
10. Zusammenfassung und Ausblick