Die Preisträger:innen des Hermann-Schmidt-Preises 2019

Hermann-Schmidt-Preis 2019Frauen für die duale MINT-Ausbildung gewinnen

"Frauen für die duale MINT-Ausbildung gewinnen“ – so lautete das Thema des diesjährigen Wettbewerbs um den "Hermann-Schmidt-Preis". Der Verein "Innovative Berufsbildung" identifizierte und prämierte damit gezielt vier Projekte, die beispielhafte Konzepte und Modelle entwickelt und in der Praxis erfolgreich umgesetzt haben, um junge Frauen an technische Ausbildungsberufe heranzuführen. Die Wahl des Wettbewerbsthemas erfolgte vor dem Hintergrund, dass sich trotz des umfassenden Engagements zahlreicher Initiativen der Anteil von jungen Frauen in den dualen MINT-Berufen insgesamt kaum verändert hat. Gemeint sind damit Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten Initiativen gingen als Sieger hervor:

  • Hermann-Schmidt-Preisträger 2019: "girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe"
    ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH
  • Sonderpreis: "SErEnA – Serious Game Erneuerbare Energien zu technischen Ausbildungsberufen für Mädchen"
    TU Berlin, TU Dresden, Wissenschaftsladen Bonn, Game Studio "the Good Evil"
  • Sonderpreis: "MINT.FResH"
    Jugendwerkstatt Felsberg e.V.
  • Sonderpreis: "Frauen im Handwerk"
    Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), Stuttgart

Broschüre

Pressemitteilung

Hermann-Schmidt-Preisträger 2019

girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe

girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe
ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH

Das seit 2013 bestehende Projekt richtet sich an junge Frauen und Schülerinnen mit dem Ziel, sie an technische Berufe heranzuführen. Hierzu werden junge Frauen, die sich in der Ausbildung in technischen Berufen befinden oder diese bereits abgeschlossen haben, zu "girlsatec-Botschafterinnen" ernannt. Diese dienen als weibliche Rollenvorbilder und stellen das "Herzstück" des Projekts dar. Hinzu kommen Veranstaltungen – zum Beispiel in Form von "Technik-Camps", in denen die Schülerinnen die Welt der MINT-Berufe in handlungs- und praxisorientierten Aufgabenstellungen kennenlernen können – sowie Kontakte zu Betrieben, um diese für das Thema "Frauen in technischen Berufen" zu sensibilisieren. Die Jury betont den sinnvollen Beitrag des Projekts zur Erschließung technischer Ausbildungsberufe für junge Frauen und würdigt insbesondere den herausragenden Einsatz der "girlsatec-Botschafterinnen".

Kontakt: Selma Tabak-Balks | ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH
E-Mail: selma.tabak-balks(at)de.abb(dot)com

Sonderpreis

SErEnA – Serious Game Erneuerbare Energien zu technischen Ausbildungsberufen für Mädchen

SErEnA – Serious Game Erneuerbare Energien zu technischen Ausbildungsberufen für Mädchen
TU Berlin, TU Dresden, Wissenschaftsladen Bonn, Game Studio "the Good Evil"

In dem Verbundvorhaben haben die Projektpartner zwischen 2015 und 2019 das Computerspiel "Serena Supergreen" entwickelt und evaluiert. Ziel des Computerspiels ist es, das Interesse von Mädchen für technische Ausbildungsberufe zu stärken. Es erzählt auf unterhaltsame und altersgerechte Weise eine Abenteuergeschichte, in der 12- bis 16-jährige Mädchen technische Aufgaben aus dem Arbeitsfeld der erneuerbaren Energien spielerisch erproben können. Ergänzend wurden umfassendes Unterrichtsmaterial sowie Informationen zur Berufsorientierung entwickelt. Die Jury wertet den Ansatz, bei Mädchen über ein Computerspiel Interesse für technische Berufe zu wecken, als höchst innovativ und würdigt zudem die Möglichkeiten einer bundesweiten Verbreitung sowie eines Einsatzes im Schulunterricht.

Kontakt: Dr. Pia Spangenberger | TU Berlin
E-Mail pia.spangenberger(at)tu-berlin(dot)de

Sonderpreis

MINT.FResH

MINT.FResH
Jugendwerkstatt Felsberg e.V.

Das Projekt richtet sich an Haupt- und Realschüler/-innen aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 und unterstützt diese bei der Berufsorientierung im MINT-Bereich. Dazu bietet MINT.FResH seit 2016 jeweils für ein Schuljahr einmal in der Woche 90-minütige Praxismodule an, die mit einem erlebnisorientierten Ansatz Einblick in MINT-Berufe geben. Das praxisorientierte Entdecken und Ausprobieren wird in den Bereichen Bio/Chemie, Elektronik und IT angeboten und die Teilnehmenden beenden eine Praxiseinheit mit einem fertigen und gebrauchsfähigen Endprodukt ("MINT.FResH-Erfolgsgarantie"). Betriebsbesuche bei lokalen Unternehmen
und der Kontakt zur Berufsberatung ergänzen MINT.FResH. Die Jury würdigt das Projekt aufgrund der innovativen Kombination von individueller Ermutigung von Schülerinnen und Schülern, die eher nicht zu einer Ausbildung in einem MINT-Beruf tendieren, mit der systematischen Heranführung an Naturwissenschaft und Technik.

Kontakt: Jutta Inauen | Jugendwerkstatt Felsberg e.V.
E-Mail: j.inauen(at)juwesta(dot)de

Sonderpreis

Frauen im Handwerk

Frauen im Handwerk
Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), Stuttgart

Ziel des Projekts ist es, zu informieren und zu sensibilisieren, um die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen in MINT-Handwerksberufen in Baden-Württemberg zu steigern. Es wurden Informations-, Beratungs- und Schulungsmaterialien entwickelt, um ausbildende Handwerksunternehmen für eine familienbewusste Betriebskultur zu sensibilisieren, darüber hinaus wurde ein Workshop für Eltern für eine klischeefreie Berufsorientierung konzipiert. Zudem befindet sich ein Mentorinnen-Netzwerk zur Unterstützung von jungen Frauen im Aufbau. Weitere Projektpartner sind drei Forschungsinstitute des Deutschen Handwerksinstituts, das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld, das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen sowie alle acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg. Die BWHM ist eine hundertprozentige Tochter des Baden-Württembergischen Handwerkstages. Die Jury würdigt die außergewöhnlich breite Aufstellung des Projekts und wertet die geplante landesweite Ausdehnung als ermutigendes Zeichen für die Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit des Projekts.

Kontakt: Julia Weber | Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), Stuttgart
E-Mail: jweber(at)handwerk-bw(dot)de

Hermann-Schmidt-Preis

1996 gründeten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der W. Bertelsmann Verlag (seit 2018 wbv Media) gemeinsam den Verein „Innovative Berufsbildung e.V.“.

Jedes Jahr zeichnet der Verein besondere Leistungen in ausgewählten Bereichen der beruflichen Bildung mit dem Hermann-Schmidt-Preis aus. Namensgeber des Wettbewerbs ist Prof. Dr. Hermann Schmidt, der von 1977 bis 1997 Präsident des BIBB war.

Alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge werden von einer unabhängigen Fachjury geprüft, die mit Expert:innen aus verschiedenen Bereichen der beruflichen Bildung besetzt ist. Die Jury wird von Professor Dr. Reinhold Weiß geleitet, dem langjährigen Forschungsdirektor des BIBB.