Vom Kommen und Bleiben: Ein Gespräch mit Ingo Rother und Rolf Duscha

rote Kreise, die sich überschneiden auf grauem Hintergrund

In diesem Sommer übernimmt Ingo Rother die Verantwortung für das wissenschaftliche Programm von ATHENA bei wbv. Ein Gespräch mit ihm und Rolf Duscha über Menschen, Begegnungen und Bücher, die ihren Weg geprägt haben.

Die Fragen an Ingo Rother und Rolf Duscha hätten viele unterschiedliche Antworten zugelassen. Sie hätten über Karrierestationen, besondere Projekte oder die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens sprechen können. Tatsächlich erzählten beide vor allem von Menschen, die ihren Weg geprägt haben.

Menschen statt Meilensteine

Schon die erste Frage nach dem Weg in die Verlagsbranche führt Rolf Duscha und Ingo Rother nicht zu Stationen im Lebenslauf oder zu Positionen, sondern zu Menschen. Rolf erinnert sich an eine Zufallsbekanntschaft, die ihn in seine erste Selbstständigkeit als Hersteller für einen Wissenschaftsverlag führte. Ingo nennt Prof. Raimar Zons und Dr. Hans Jacobs, deren Tätigkeit in renommierten Wissenschaftsverlagen sein Interesse an der Verlagsarbeit weckte.

Auch in den weiteren Antworten tauchen immer wieder Menschen auf. Rolf spricht über die bereichernde Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen seines Verlags, über die enge Kooperation mit Autor:innen und Herausgebenden und über Freundschaften, die daraus entstanden sind.

„In den vielen Jahren der verlegerischen Tätigkeit haben sich etliche Freundschaften mit Autor:innen entwickelt.
Nicht missen möchte ich auch die vielen guten Gespräche und die Heranführung an Themen, die mir sonst nicht eröffnet gewesen wären.“

Für Ingo ist bis heute vor allem der direkte Austausch mit Autor:innen, Leser:innen und Kolleg:innen wichtig.

„Genau dieser persönliche Dialog macht für mich den Kern der Verlagsarbeit aus.“

Ein Blick ins Bücherregal

Was verraten Bücher über den Menschen, der sie liest? Manchmal nichts, manchmal sehr viel. Auf die Frage nach einem Buch, das sie besonders geprägt hat, nennen Ingo Rother und Rolf Duscha zwei sehr unterschiedliche Titel.

Ingo Rother entscheidet sich für David Toops Ocean of Sound. Das Buch beeindruckt ihn bis heute durch seine grenzüberschreitende Erzählweise und den Gedanken, dass Musik als Kontinuum verstanden werden kann.

„Das hat meinen Blick auf Musik – und im Grunde auch auf das Kuratieren und Vermitteln von Inhalten – nachhaltig geprägt.“

Rolf Duscha nennt den kunstgeschichtlichen Band Märchenbilder – Bildermärchen. Illustrationen zu Grimms Märchen 1819–1945.

„Dieses großformatige und reich illustrierte Werk war für mich unter dem Aspekt der Buchgestaltung lehrreich und prägend.“

Ausblick

Mit der Übernahme der Verantwortung für das wissenschaftliche Programm von ATHENA bei wbv freut sich Ingo Rother nun darauf, „das umfangreiche Programm von wbv näher kennenzulernen, in den direkten Dialog mit den wbv-Autor:innen zu treten und gemeinsam neue Möglichkeiten auszuloten“. Rolf Duscha führt das Belletristikprogramm des ATHENA-Verlags gemeinsam mit Alina Braucks weiter. Am 9. September feiert ATHENA sein 30-jähriges Bestehen.
Rolf schließt mit einem Satz, der gleichzeitig Bilanz zieht und zuversichtlich nach vorn blickt:

„Zufrieden mit der Entwicklung bin ich jetzt schon – aber besser geht immer.“

geschrieben am 18.08.2026

Artikel weiterempfehlen

Schlagworte: Athena bei wbv · insight wbv Publikation · Kunst · Kulturwissenschaft

Ein herzliches Dankeschön zum Abschied

Zum Abschied noch ein herzliches Dankeschön: Rolf Duscha und Ingo Rother bei wbv in Bielefeld.
Zum Abschied noch ein herzliches Dankeschön: Rolf Duscha und Ingo Rother

Zum Abschluss seiner Zeit als Verantwortlicher für das wissenschaftliche ATHENA-Programm hieß es für Rolf Duscha bei wbv in Bielefeld noch einmal persönlich Abschied nehmen. 
Nach vielen Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit war das für uns vor allem eine Gelegenheit, Danke zu sagen – für sein Engagement, die vielen gemeinsamen Projekte und die Impulse, mit denen er das Programm geprägt hat.

Neben vielen anerkennenden Worten gab es als kleines Zeichen unserer Wertschätzung einen Präsentkorb. Und natürlich die besten Wünsche für alles, was nun kommt.

Lieber Rolf, herzlichen Dank für die gemeinsame Zeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit!