Die Weihnachtsgurke
Ein Brauch mit Migrationsgeschichte
Zwischen Kugeln, Kerzen und Strohsternen hängt in manchen süddeutschen Christbäumen etwas unerwartetes: eine kleine grüne Glasgurke. Wer sie zuerst im Baum entdeckt, bekommt ein Extra-Geschenk – oder darf die Bescherung eröffnen. Die Weihnachtsgurke ist ein Brauch, dessen Ursprung bis heute Rätsel aufgibt. Gepflegt wird er vor allem in den USA als „christmas pickle“, ist aber auch in Teilen Süddeutschlands präsent.
Was hat es mit der Gurke im Baum auf sich? Die Informationen sind widersprüchlich und reichen vom amerikanischen Bürgerkriegssoldaten, der durch eine Gurke gesundet bis zu Thüringischen Glasbläsern, die im 19. Jahrhundert Gurkenanhänger als Baumschmuck herstellten. Interessant ist auf jeden Fall, dass die Gurke in den USA als "alte deutsch Tradition" gilt. Vermutlich kam der Brauch in den 1950er und 60er Jahren mit amerikanischen Soldaten nach Süddeutschland, wo er sich verbreitete.
Mini-DIY: Weihnachtsgurke aus Papier basteln
Material:
• grünes Tonpapier (alternativ: bemaltes Papier oder Karton)
• eine Schere
• Kleber oder Klebeband
• etwas Faden oder Garn zum Aufhängen
So geht’s:
1. die Form einer kleinen Gurke leicht gebogen, mit kleinen Wellenlinien für Struktur auf das Papier zeichnen.
2. Zwei identische Gurkenformen ausschneiden und sie an den Rändern zusammenkleben, sodass ein kleiner Hohlraum entsteht.
3. Bevor der Kleber ganz trocknet, oben ein Stück Faden oder Garn dazwischenlegen – das ist die Aufhängung.
4. Für den Glanz: Mit etwas Klarlack, Glitzer oder Metallicstift bekommt die Gurke ihren festlichen Schimmer.
5. Nach dem Trocknen darf sie in den Baum – möglichst gut versteckt!
Wer sie findet, bekommt natürlich ein Extra-Lächeln und vielleicht ein Plätzchen mehr.
Skurrile Weihnachtstraditionen – Weihnachtsgurke
Hintergründe und Legenden zur Christmas Pickle