Das Weihnachts-Brot-Orakel
Wenn man in Oberfranken von „Winterglück“ spricht, sind selten weiße Dächer, Lichterketten oder frostkalte Tage gemeint. Meist steckt ein Laib Brot dahinter.
Das Kletzenbrot ist ein Früchte- oder Winterbrot, das in obstreichen Gegenden wie Bamberger Land und Fränkische Schweiz aber in der Steiermark und im Salzburger Land aus Brotteig mit getrockneten Birnenschnitzen, die „Kletzen“ oder „Hutzeln“ gebacken wurden - eine Vorratshaltung aus der Zeit vor Weckgläsern und Gefriertruhen, mit der die Ernte über die kalten Monate konserviert werden konnte. Mit dem Wohlstand kamen weitere Zutaten hinzu: Feigen, Datteln, Rosinen, Walnüsse, Mandeln und ein Hauch Rum machten aus dem anfangs schlichten Bauernbrot ein Festtagsgebäck.
Gebacken wurde und wird das Kletzenbrot traditionell rund um den Andreastag Ende November. Bis Weihnachten hat der Laib dann Zeit, sein Aroma zu auszubilden.
In manchen Regionen wurde der Brotlaib am Heiligabend feierlich angeschnitten, das erste Stück bekam der Hausvater, weitere gingen an Kinder, Knechte, Mägde und sogar an das Vieh im Stall, dem das Brot Glück und Gesundheit bringen sollte. Der Anschnitt galt mancherorts als Orakel: Eine glatte Schnittfläche versprach ein gutes Jahr, eine raue kündigte Sturm und Sorgen an.
Bis heute ist Kletzenbrot ein Stück Brauchtum im Alltag, das auch gern verschenkt wird. Und wer die Früchte sorgfältig mischt, den Teig knetet und dem Laib Ruhe gönnt, backt immer ein wenig Geduld und Zuneigung mit ein.
Rezept Kletzenbrot
Genussregion Oberfranken – Kletzenbrot
SalzburgerLand Magazin – Weihnachtliches Kletzenbrot
Steirische Spezialitäten – Geschichte und Rezept
Video: Weihnachtliches "Klotzenbrot" und wie man es macht
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