weiter bilden 2/21: Gute Ed-Tech, gute Bildung?

Gute Ed-Tech, gute Bildung?weiter bilden 2/2021

Die technischen Lösungen zur Ermöglichung und Unterstützung von Bildung firmieren seit wenigen Jahren unter der Bezeichnung EdTech (für educational technology). weiter bilden möchte zu Austausch und Begegnung der EdTech-Szene mit den Akteuren der Erwachsenen- und Weiterbildung beitragen und einen Diskurs entlang der Begriffe von Qualität und Professionalität gestalten.

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Die neue Ausgabe erscheint im Juni 2021.

Probeabo weiterbilden: 4 für 3

Das Heft möchte zu Austausch und Begegnung der EdTech-Szene mit der Leserschaft der Zeitschrift weiter bilden beitragen und diesen entlang der Begriffe von Qualität und Professionalität gestalten. Dazu bereitetet die Redaktion das DIE-Forum 2020 nach, dessen Beiträge im Rahmen der Ausgabe aufgegriffen und z.T. weitergedacht werden. Leitfragen des Forum und der Zeitschrift sind:

  • Was macht die Qualität von digitalen Tools aus?
  • Wie lassen sich subjektiv empfundene Qualität beim Lerner mit Aspekten der Inputqualität verschränken?
  • Welche Kompetenzen erfordern Entwicklung und Einsatz einer bestimmten technologischen Lösung? Wie viel pädagogisches Wissen brauchen Entwickler, wie viel technisches Können Pädagogen?
  • Welche Berufsprofile entstehen im Zuge der technologischen Entwicklungen?
  • Wo werden bei Lehrenden/pädagogischem Personal Kapazitäten für anderes freigesetzt?
  • Wo liegt künftig die Verantwortung für "erfolgreiches" Lernen?
  • Wie sind die bisherigen Konzepte der Erwachsenenbildung von "Qualität" und "Professionalität" durch die Digitalisierung herausgefordert?

Exposée

Der klassische Weiterbildungsdiskurs mit seiner wissenschaftlichen Verankerung in der Disziplin Erwachsenen- und Weiterbildung hat in den letzten Jahrzehnten ein gewisses Selbstbewusstsein in der Formulierung von Qualitätskonzepten entwickelt und weiß sich zu Qualitätsfragen einigermaßen sprechfähig. Verwandt mit der Frage nach der Qualität von Bildungsprozessen ist die Diskussion um Professionalität des Bildungspersonals, zu dessen Auftrag und Verantwortung "gute Bildung" zählt. Zur Planung und Durchführung guter Bildungsmaßnahmen gehören Kompetenzen des Bildungspersonals, die sich in professionellem beruflichem Handeln zeigen. "Qualität" und "Professionalität" sind Konzepte, die aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung überprüft werden müssen.   

Relativ abgekoppelt vom diesem EB/WB-Diskurs arbeiten Unternehmen der Digitalwirtschaft an marktfähigen Lösungen für technologische Unterstützung des Lernens Erwachsener. Diese kommen bisher weniger im Feld der öffentlich geförderten Weiterbildung zum Einsatz, sondern in Bildungsabteilungen zahlungskräftiger Firmen (Corporate Learning) oder bei Dienstleistern im Bereich des Online-Lernens. Die technischen Lösungen zur Ermöglichung und Unterstützung von Bildung firmieren seit wenigen Jahren unter der Bezeichnung EdTech (für educational technology). EdTech versteht sich bildungsbereichsübergreifend und ist neben den Begriff E-Learning getreten und scheint diesen möglicherweise abzulösen. An einem erwachsenenbildnerischen Diskurs um "Bildungsqualität" und "professionelles Handeln" beteiligen sich die Akteure dieses Feldes gelegentlich. Gleichwohl werden Konzepte von Qualität von Tools und von Professionalität in der Produktgestaltung in der Praxis mitgeführt. Es entstehen auch Ausbildungsgänge, die auf neuartige Berufe vorbereiten.

Pädagogen aus dem Feld der öffentlich geförderten Weiterbildung fehlt oft das technologische Wissen, um die am Markt angebotenen Produkte einschätzen zu können. In der EdTech-Szene fehlt es an Kenntnissen für die besonderen Anforderungen des Bildungsmarktes (mmb-Institut 2019, S. 41). Dies sind strukturelle Gründe für einen mangelnden Austausch zwischen den beiden beschriebenen Szenen. Ausnahmen sind Treffpunkte wie die Learntec, Begegnungsräume der Fachgesellschaften zur Medienpädagogik sowie die Zusammenarbeit in Projekten zur digitalen Bildung. Branchenbeobachter empfehlen, verstärkt Austauschformate zu etablieren, um Vorbehalte abzubauen und Kennenlernen zu erleichtern. Wichtig sei auch, ein gemeinsames Verständnis von Konzepten/ Begriffen zu entwickeln (ebd., S. 44).