Arbeitsmarkt 2030

Arbeitsmarkt 2030 - Prognose 2016

Kurt Vogler-Ludwig, Nicola Düll, Ben Kriechel

Arbeitsmarkt 2030 – Wirtschaft und Arbeitsmarkt im digitalen Zeitalter
Prognose 2016

2016, 39,– € (D)
ISBN 978-3-7639-5770-5

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Inhalt

In der Prognose 2016 legen die Autor:innen zwei langfristige Szenarien für den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 vor:

  • Im Basisszenario berücksichtigen sie die jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingswanderung und schätzen ihre Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Dabei geht es vor allem um den Beitrag der Zuwanderung zur Verringerung des sich verschärfenden Fachkräftemangels.
  • Im Szenario "Beschleunigte Digitalisierung" entwickeln sie ihre Prognose zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt. Anders als eine Reihe vorliegender Studien sehen sie in der forcierten Entwicklung und Umsetzung von Industrie 4.0 nennenswerte Marktpotenziale für die deutsche Wirtschaft. Dies hat positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung.

Die Zuwanderung von Geflüchteten wird die Bevölkerungszahl bis 2030 um 1,4 bis 2,1 Millionen steigen lassen. Dies werden zwischen 2 und 3 % der Bevölkerung sein. Das jährliche Wirtschaftswachstum wird dadurch um 0,25 % höher liegen als ohne diese Zuwanderung, die Zahl der Erwerbstätigen wird um 1,2 Millionen steigen, aber auch die Arbeitslosigkeit wird zunehmen. Allerdings: Ohne die erfolgreiche berufliche Integration der Geflüchteten wird die Arbeitslosigkeit sehr viel stärker ansteigen und die positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekte werden ausbleiben. Zur Bewältigung künftiger Einwanderungsströme empfehlen wir die Verabschiedung eines Einwanderungsgesetzes, das die Zuwanderung aus allen Regionen der Welt regelt. Gleichzeitig sind die Integrationskonzepte weiterzuentwickeln.

Die beschleunigte Digitalisierung wird bis 2030 eine Viertelmillion zusätzlicher Jobs schaffen, das Sozialprodukt um 4 % heben und die Pro-Kopf-Einkommen entsprechend steigern. Dabei werden vor allem die Investitionsgüterindustrien und die Unternehmensberatung expandieren. Der Handel und der öffentliche Dienst werden hingegen Jobs abbauen. Die beschleunigte Digitalisierung wird den Strukturwandel der deutschen Wirtschaft forcieren und hohe Anforderungen an das berufliche Bildungssystem stellen. Gleichwohl sprechen wir uns für die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie aus, da die wirtschaftliche Vorteile überwiegen und der Verzicht auf die volle Teilnahme am technologischen Wettbewerb hohe Risiken beinhaltet.

Zur Bewältigung der strukturellen Umschichtungen empfehlen wir die Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik nach dem Muster der dänischen oder niederländischen Flexicurity-Konzepte. Sie fördern die Flexibilität der Beschäftigung, ohne auf Beschäftigungs- und Einkommenssicherheit zu verzichten. Gleichzeitig sollte die Erwachsenenbildung zu einer Säule des beruflichen Bildungssystems ausgebaut werden. Nur so kann den kontinuierlich steigenden Qualifikationsanforderungen in einer alternden Gesellschaft Rechnung getragen werden.

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Aus dem Inhalt (u.a.):

  • Kurzfassung
    Aufgabenstellung, Konzept und Methodik
    Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Zuwanderung
    Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Digitalisierung
    Schlussfolgerungen und Empfehlungen
  1. Aufgabenstellung, Konzept und Methodik
    1.1 Strategien zur Bewältigung des demografischen Wandels
    1.2 Zwei Szenarien
    1.3 Datengrundlage
    1.4 Methodik
    1.5 Forschungsteam
  2. Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Zuwanderung (Basisszenario)
    2.1 Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung
    2.2 Gesamtwirtschaftliche Effekte der Zuwanderung
    2.3 Qualitative Effekte der Zuwanderung auf das Arbeitskräfteangebot   
    2.4 Nachfrage nach Arbeitskräften   
    2.5 Arbeitskräfteengpässe   
  3. Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Digitalisierung (Szenario Beschleunigte Digitalisierung)
    3.1 Ausgangslage   
    3.2 Zukunftslinien der digitalen Technologie   
    3.3 Digitalisierungsszenarien   
    3.4 Ergebnisse der Modellrechnungen   
    3.5 Arbeitskräfteengpässe   
    3.6 Digitalisierung der Arbeitswelt   
  4. Schlussfolgerungen und Empfehlungen   

Literatur
Anhang

  1. Bevölkerung und Arbeitsangebot
    1.1 Bevölkerung nach Alter und Geschlecht
    1.2 Erwerbspersonen nach Alter und Geschlecht   
    1.3 Erwerbsquoten nach Alter und Geschlecht
  2. Basisvariante   
    2.1 Gesamtwirtschaftliche Indikatoren   
    2.2 Erwerbspersonen   
    2.3 Erwerbstätige   
    2.4 Potenzielle Fachkräftelücke nach Berufen: Engpassindikator I   
    2.5 Potenzielle Fachkräftelücke nach fachlicher Berufsbildung: Engpassindikator II
  3. Szenario Beschleunigte Digitalisierung   
    3.1 Gesamtwirtschaftliche Indikatoren   
    3.2 Erwerbspersonen   
    3.3 Erwerbstätige   
  4. Vergleich der Szenarien 
    4.1 Erwerbspersonen
    4.2 Erwerbstätige    
  5. 5 Klassifikationen und Aggregationen   
    5.1 Klassifikation der Berufe (KB 2010)   
    5.2 Klassifikation der 44 Wirtschaftszweige
    5.3 Aggregation der 44 Wirtschaftszweige
    5.4 Klassifikation der 29 Kategorien der fachlichen Berufsbildung   
    5.5 Aggregation der 29 Kategorien der fachlichen Berufsbildung

wbv Open Access

Die Autor:innen

Kurt Vogler-Ludwig

Kurt Vogler-Ludwig ist Gründer und Direktor von Economix Research & Consulting, München, einem unabhängigen Büro für wirtschaftspolitische Beratung.

Er ist Wirtschaftswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarkt- und Strukturforschung, Berater der Europäischen Kommission und Gutachter für Bundes- und Landesministerien sowie politische Institutionen im In- und Ausland.

Nicola Düll

Dr. Nicola Düll ist Mitgründerin und Direktorin von Economix Research & Consulting, Korrespondentin der Europäischen Kommission sowie Gutachterin für die OECD, die Weltbank und für politische Institutionen im In- und Ausland.

Ben Kriechel

Dr. Ben Kriechel ist Direktor von Economix Research & Consulting, hat langjährige Erfahrung in der Entwicklung von quantitativen Prognosemodellen für Arbeitsmärkte und Qualifikation. In diesem Bereich ist er Gutachter für u.a. die ILO, ETF und Cedefop und Autor eines Handbuches über quantitative Prognosemodelle und qualitative Szenarien im Auftrag von ILO und Cedefop. 

Das Projekt

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die Studie "Arbeitsmarkt 2030" im Jahr 2011 in Auftrag gegeben. Ziel ist eine langfristige Vorausschau des Arbeitsmarktes bis 2030.

Dabei geht es nicht um die exakte Voraussage künftiger Entwicklungen, sondern um die Identifizierung von Herausforderungen und von optimalen Handlungsstrategien für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Prognosen seit 2013