Hermann-Schmidt-Preis 2018

Nachwuchssicherung und Karriereförderung durch berufliche Bildung

Es ist eine Abstimmung mit den Füßen und sie vollzieht sich momentan nach der Devise: Hörsaal statt Werkbank! In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um rund 100.000 zurückgegangen. Dies geht zwar in einem erheblichen Maße auf den Rückgang bei den Schulabgängern und damit auf die demografische Entwicklung zurück, doch entscheiden sich auch immer mehr junge Menschen für den Erwerb einer Studienberechtigung und ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule. Gleichzeitig steigt die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze von Jahr zu Jahr und die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen sich.

Andererseits ist das Interesse der Jugendlichen an einer dualen Berufsausbildung aber nach wie vor vorhanden. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Berufen. Bestimmte Ausbildungsberufe stoßen so bei den Jugendlichen auf immer weniger Interesse, betroffen davon sind insbesondere einige Handwerksberufe. Hier können die angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, während andererseits einige Berufe zum Teil hoffnungslos überlaufen sind und auch von Abiturienten angestrebt werden. So wächst der Anteil der Jugendlichen mit Studienberechtigung unter den Auszubildenden stetig.

Laut einer aktuellen BIBB-Befragung setzen die Fachkräfte von morgen bei der Wahl ihres Ausbildungsbetriebs vor allem auf Sicherheit und ein gutes Betriebsklima und weniger auf materielle Anreize, wie zum Bei-piel ein vom Betrieb als Eintrittsgeschenk zur Verfügung gestelltes Smartphone. Es geht ihnen also an erster Stelle um das Potenzial des Betriebs als langfristiger Arbeitgeber. Dies machen sie vor allem an einem guten Image sowie einem positiven Betriebsklima, an einer guten Ausbildungsqualität und an guten Übernahmechancen auf einen sicheren Arbeitsplatz fest.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Befunden und Entwicklungen für die künftige Nachwuchsgewinnung durch die Betriebe? Welche Rekrutierungsstrategien, welche Kooperationsformen und Netzwerke erweisen sich als tragfähig, um die Attraktivität der beruflichen Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene zu fördern? Wie sehen betriebliche Berufslaufbahnkonzepte zur Karriereförderung aus? Wie sehen Modelle zur Integration von Seiteneinsteigerinnen aus?

Mit dem zum 22. Mal ausgeschriebenen Hermann-Schmidt-Preis des Vereins „Innovative Berufsbildung e.V.“ sollen im Jahr 2018 daher gezielt Projekte und Initiativen prämiert werden, die innovative, beispielhafte und bewährte Konzepte und Modelle zur Nachwuchssicherung und Karriereförderung durch die duale Berufsbildung entwickelt und erfolgreich umgesetzt haben.

Folgende Bereiche sind dabei von besonderem Interesse:

  • Netzwerke für Ausbildungskarrieren,
  • Integration von Seiteneinsteigern,
  • Betriebliche Karrieremodelle,
  • Integration von Aus- und Weiterbildung, z. B. Berufslaufbahnkonzepte.

Duale Studiengänge sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Antragsberechtigt sind Betriebe, berufliche Schulen und berufliche Bildungseinrichtungen in Kooperation mit Betrieben und/oder beruflichen Schulen.

Der Hermann-Schmidt-Preis 2018 wird durch eine unabhängige Fachjury vergeben. Er ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro dotiert. Darüber hinaus kann die Jury bis zu drei weitere Wettbewerbsbeiträge mit einem Sonderpreis auszeichnen, der jeweils mit 1.000 Euro dotiert ist.

Die Preisverleihung findet öffentlichkeitswirksam im Zusammenhang mit dem BIBB-Kongress im Juni 2018 in Berlin statt.

Der Verein „Innovative Berufsbildung e.V.“ lädt hiermit zur Teilnahme am Wettbewerb ein.

Bewerbungsunterlagen

Erklärung

Kontakt

Die Bewerbungsunterlagen, einschließlich der Erklärung mit der rechtsverbindlichen Unterschrift, müssen bis zum 19. Januar 2018 bei der Geschäftsstelle des Vereins eingegangen sein.  

Innovative Berufsbildung e. V.
c/o Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Leitungsbüro
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn

Telefon (0228) 1 07-28 33 | Fax (0228) 1 07-29 81
E-Mail: leitungsbuero(at)bibb(dot)de

Hinweis

Zur Vereinfachung der Bearbeitung reichen Sie Ihre Bewerbung und die Erklärung mit Ihrer rechtsverbindlichen Unterschrift bitte jeweils als PDF-Datei per E-Mail an leitungsbuero@bibb.de ein.

Es ist vorgesehen, Auszüge aus den Einsendungen in einer "Best-Practice-Broschüre" zu veröffentlichen. Mit der Einreichung gestatten Sie dem Verein "Innovative Berufsbildung e.V.", Auszüge aus den Bewerbungsunterlagen für die Berichterstattung über den Hermann-Schmidt-Preis in gedruckter oder elektronischer Form zu veröffentlichen oder veröffentlichen zu lassen. Wir werden Sie nach der Einreichung gegebenenfalls um die Zusendung von "offenen Dateien" mit druckfähiger Auflösung bitten.

Die Beiträge sollen nicht mehr als zehn Seiten umfassen und insbesondere folgende Angaben beinhalten:

  1. Anschrift des Betriebes oder der Institution, die den Beitrag einreicht und die Kontaktdaten der Ansprechpartnerin/des Ansprechpartners.
  2. Kurzbeschreibung des Betriebes/der Einrichtung/der Institution (Tätigkeitsprofil, Aufgabenschwerpunkte, Rechtsform, Anzahl der Beschäftigten, aktuelle Anzahl der Auszubildenden, Anzahl der Ausbilder, die im Rahmen des Modells besonders gefördert werden).
  3. Beschreibung des Projektes und seiner besonders innovativen Merkmale (Bezeichnung des Projektes, Ausgangslage/Anlass zur Einrichtung des Projektes, ggf. Kooperationspartner, Ziele des Projektes, inhaltliche Schwerpunkte (siehe auch die o.g. Aspekte von besonderem Interesse), Inhalte des besonderen Förderangebotes, ggf. Aufgabenteilung der Kooperationspartner, regionale Besonderheiten, besonders innovative Merkmale des Projektes, wesentliche Voraussetzungen und Bedingungen zur Umsetzung, zeitlicher Rahmen/Laufzeit, ggf. Fördervolumen und Fördermittelgeber).
  4. Darstellung der Resultate und Erfolge sowie der Nachhaltigkeit des Projektes (bisher erzielte Erfolge, Meilensteine, ggf. Evaluationsergebnisse, für die Umsetzung besonders förderliche und besonders hemmende Bedingungen/Faktoren, ggf. Erfahrungen mit Kooperationspartnern und Kooperationsformen, Begründung des fortbestehenden Bedarfs für die Durchführung des Projektes und der, zur Fortführung des Projektes – ggf. mit selbsttragenden Strukturen – bereits eingeleiteten / umgesetzten Aktivitäten, personelle, sachliche und finanzielle Voraussetzungen für die Fortführung, ggf. Förderbedarf, ggf. inhaltliche Modifizierung/Weiterentwicklung der Inhalte des Projektes und der Kooperationsformen).
  5. Öffentlichkeitsarbeit und Transfer der Ergebnisse (Maßnahmen und Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit und zum Ergebnistransfer, Beispiele für die Nutzung der Ergebnisse durch andere Initiativen, Betriebe, Berufsbildungseinrichtungen etc., öffentliche Würdigungen des Erfolgs durch Presse und Medien, Verbände, Organisationen, Betriebe etc., ggf. Auszeichnungen und Preise).

Zum Hintergrund

Ziel des 1996 vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, und dem W. Bertelsmann Verlag (wbv), Bielefeld, gegründeten gemeinnützigen Vereins „Innovative Berufsbildung e.V.“ ist es, innovative Entwicklungen in der Berufsbildungspraxis zu initiieren, zu fördern und öffentlich bekannt zu machen.

Mit dem jährlich vom Verein verliehenen „Hermann-Schmidt-Preis“ werden besondere Leistungen in ausgewählten Bereichen der beruflichen Bildung ausgezeichnet. Namensgeber des Wettbewerbs ist Prof. Dr. Hermann Schmidt, der von 1977 bis 1997 Präsident des BIBB war.