Die Preisträger:innen des Hermann-Schmidt-Preises 2018

2018Nachwuchssicherung und Karriereförderung durch berufliche Bildung

„Nachwuchssicherung und Karriereförderung durch berufliche Bildung“ – so lautete daher das Thema des diesjährigen Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis“. Der Verein „Innovative Berufsbildung“ identifizierte und prämierte damit gezielt vier Projekte aus Melle, Dortmund, Jena und Cloppenburg, die beispielhafte Modelle zu diesem Thema entwickelt und umgesetzt haben.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten Initiativen gingen als Sieger:innen hervor:

  • Hermann-Schmidt-Preisträger 2018: „Nachhaltige Auszubildendengewinnung und
    -bindung zur Begegnung des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels“
    ASSMANN Büromöbel GmbH & Co. KG, Melle
  • Sonderpreis: „Der Geförderte Neueinstieg“
    REWE Dortmund SE & Co. KG
  • Sonderpreis: „JenaJobBlog“
    Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena
  • Sonderpreis: „Zukunftsmodell ‚Ausbildung.Plus‘“
    Berufsbildende Schulen am Museumsdorf Cloppenburg

Nachwuchssicherung und Karriereförderung durch berufliche Bildung

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um rund 100.000 zurückgegangen. Dies geht in erheblichem Maß auf den Rückgang bei den Schulabgängern zurück, doch entscheiden sich auch immer mehr junge Menschen für ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule.

Nach wie vor ist das Interesse der Jugendlichen an einer dualen Berufsausbildung aber vorhanden. Der Anteil der Jugendlichen mit Studienberechtigung unter den Auszubildenden wächst. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Berufen. Bestimmte Ausbildungsberufe stoßen bei den Jugendlichen auf wenig Interesse. Betroffen sind insbesondere einige Handwerksberufe.

Die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze erreicht neue Rekordwerte, während andere Ausbildungsberufe zum Teil hoffnungslos überlaufen sind. Folge: Die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen sich. Welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die
künftige Nachwuchssicherung durch die Betriebe? Welche Rekrutierungsstrategien, welche Kooperationsformen und Netzwerke erweisen sich als tragfähig, um die Attraktivität der beruflichen Bildung zu fördern? Und wie können betriebliche Berufslaufbahnkonzepte zur Karriereförderung oder Modelle zur Integration von Seiteneinsteigern aussehen?

Broschüre

Hermann-Schmidt-Preisträger 2018

ASSMANN Büromöbel, Melle

Nachhaltige Auszubildendengewinnung und -bindung zur Begegnung des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels
ASSMANN Büromöbel GmbH & Co. KG, Melle

Beim prämierten Projekt handelt es sich um die innovative Entwicklung und strategische Bündelung einer Vielzahl aufeinander abgestimmter Einzelmaßnahmen, mit denen ASSMANN Büromöbel seit 2013 das Ziel verfolgt, die Qualität der Bewerbungen zu heben und langfristig den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Zu den Einzelmaßnahmen zählen unter anderem eine Stellenbörse im Internet (deine-zukunft-melle.de), Betriebsbesuche für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse („Blick hinter die Kulissen“), Ausbildungspatenschaften, das Projekt „Energie Scouts“ sowie die Vernetzung mit anderen Unternehmen.
Die Jury würdigt neben dieser Vielzahl von Einzelprojekten insbesondere die Tatsache, dass diese Aktivitäten sowohl innerbetriebliche als auch betriebsübergreifende regionale Elemente beinhalten, die gut auf andere Unternehmen und Regionen übertragbar sind.

Kontakt: Rabea Brammer-Surendorff | ASSMANN Büromöbel GmbH & Co. KG, Melle
E-Mail: info(at)assmann(dot)de

Sonderpreis

REWE Dortmund

Der Geförderte Neueinstieg
REWE Dortmund SE & Co. KG

Mit dem prämierten Projekt will REWE Dortmund langzeitarbeitslose Menschen wieder für den beruflichen Alltag im Einzelhandel fit machen und fachlich gut geschulte und motivierte Servicekräfte für die Bedienungstheken gewinnen.
Die sechsmonatige Weiterbildungsmaßnahme, die REWE Dortmund seit 2016 einmal im Jahr in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jobcentern anbietet, gliedert sich in eine zweimonatige Vorbereitungsphase, eine dreimonatige Qualifizierungsphase im Betrieb sowie ein einmonatiges soziales Einzelcoaching.
Rund zwei Drittel der Beteiligten wurden anschließend von REWE Dortmund übernommen. Die Jury würdigt insbesondere die beachtliche Erfolgsquote des Projekts, das ein gutes Modell zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen und Seiteneinsteigern in den Arbeitsmarkt darstellt.

Kontakt: Helmut Güttmann | REWE Dortmund SE & Co. KG
E-Mail: helmut.guettmann(at)rewe-dortmund(dot)de

Sonderpreis

Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena

JenaJobBlog
Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena

Der von den Schülerinnen und Schülern der Fachrichtung Betriebswirtschaft der Karl-Volkmar Stoy-Schule, einem Berufsschulzentrum für Wirtschaft und Verwaltung in Jena, konzipierte und redaktionell verantwortete „JenaJobBlog“ dient seit Oktober 2015 als internetbasierte Stellenbörse.
Der „JenaJobBlog“ bietet künftigen Auszubildenden Orientierungshilfe bei der Berufswahl und vermittelt Praktika, freie Ausbildungsstellen und Festanstellungen. Der Blog verzeichnete bislang rund 1,5 Millionen Aufrufe. Die Jury würdigt das Projekt, weil es einen modernen und innovativen Weg der Jobvermittlung („E-Recruiting“) darstellt und stabile Netzwerke zur Karriereförderung mit dualer Ausbildung schafft.

Kontakt: Richard Brömel | Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena
E-Mail: mail(at)stoyschule(dot)de

Sonderpreis

Berufsbildende Schulen am Museumsdorf Cloppenburg

Zukunftsmodell „Ausbildung.Plus“
Berufsbildende Schulen am Museumsdorf Cloppenburg

Das prämierte Projekt „Ausbildung.Plus“ verknüpft eine auf zwei Jahre verkürzte kaufmännische Ausbildung mit einer sich daran direkt anschließenden anderthalbjährigen qualifizierten beruflichen Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt. Die Teilnehmenden erwerben somit einen Ausbildungs- und einen attraktiven Fortbildungsabschluss. Ziel ist es, leistungsstarken und -willigen Jugendlichen über eine duale Berufsausbildung Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen und sie frühzeitig an die Unternehmen der Region zu binden.
Die Jury würdigt das Projekt als attraktive Alternative zu einem betriebswirtschaftlichen Bachelor-Studium und betont neben der vorbildlichen Kooperation von Schule und regionaler Wirtschaft insbesondere den innovativen Charakter der durchgängigen Verknüpfung zwischen betrieblicher Praxis und schulischem Lernen.

Kontakt: Günter Lübke | Berufsbildende Schulen am Museumsdorf Cloppenburg
E-Mail: luebke(at)bbsam(dot)de

Hermann-Schmidt-Preis

1996 gründeten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der W. Bertelsmann Verlag (seit 2018 wbv Media) gemeinsam den Verein „Innovative Berufsbildung e.V.“.

Jedes Jahr zeichnet der Verein besondere Leistungen in ausgewählten Bereichen der beruflichen Bildung mit dem Hermann-Schmidt-Preis aus. Namensgeber des Wettbewerbs ist Prof. Dr. Hermann Schmidt, der von 1977 bis 1997 Präsident des BIBB war.

Alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge werden von einer unabhängigen Fachjury geprüft, die mit Expert:innen aus verschiedenen Bereichen der beruflichen Bildung besetzt ist. Die Jury wird von Professor Dr. Reinhold Weiß geleitet, dem langjährigen Forschungsdirektor des BIBB.