Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises 2016

2016Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung

„Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung“ – so lautete daher das Thema des Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis 2016“.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 34 Initiativen gingen als Sieger:innen hervor:

  • Hermann-Schmidt-Preisträger 2016: „Projekt zur Unterstützung minderjähriger, unbegleiteter Ausländer“ (PUumA) – Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH (BFW), Ausbildungszentrum (ABZ) Kerpen
  • Sonderpreis: „Ankommen in Deutschland“ – DB Fernverkehr AG, München
  • Sonderpreis: „Eignungsfeststellung, Berufsorientierung und Kenntnisvermittlung für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge“ – Handwerkskammer Flensburg
  • Sonderpreis für Bürgerschaftliches Engagement: „Berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt/Rhein-Main“ (BIFF) – Gemeinschaftsinitiative Frankfurter Unternehmen und der Stadt Frankfurt am Main mit lokalen Kooperationspartnern

Bildung und Qualifizierung sind entscheidende Handlungsfelder, um nach Deutschland geflüchtete Menschen mit Bleibeperspektive wirksam und nachhaltig in unsere Gesellschaft zu integrieren. Gerade die berufliche Aus- und Weiterbildung mit ihrem praxisorientierten Ansatz kann hier einen herausragenden Beitrag leisten. Betriebe, betriebsnahe Einrichtungen und Berufsschulen bieten optimale Lernumgebungen mit hoher Lehr- und Lerneffizienz.

„Integration von Geflüchteten durch berufliche Bildung“ – so lautete daher das Thema des Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis 2016“.

Broschüre

Presseinfo

Hermann-Schmidt-Preisträger 2016

Projekt zur Unterstützung minderjähriger, unbegleiteter Ausländer (PUumA)
Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH (BFW), Ausbildungszentrum (ABZ) Kerpen

Das ABZ Kerpen hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Kerpen im Oktober 2015 insgesamt 19 minderjährige, unbegleitete Geflüchtete im hauseigenen Internat aufgenommen. Dort erhielten die Jugendlichen zunächst einen Intensiv-Sprachkurs sowie einen Integrationskurs. Einmal in der Woche werden in Fachpraxis-Einheiten baufachliche Kompetenzen in den Bereichen Mauerwerks-, Rohrleitungs- und Holzbau gefördert. Die Jugendlichen besuchen inzwischen die Ausbildungsvorbereitungsklassen des angeschlossenen Berufskollegs. Ziel ist es, die jungen Geflüchteten in 2017 in eine baufachliche Ausbildung zu vermitteln.

Die Jury würdigt das Projekt insbesondere wegen des umfassenden und ganzheitlichen Betreuungsansatzes sowie seiner vorteilhaften Struktur als innovativ und vorbildlich.

Kontakt:
Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH, ABZ Kerpen
Björn Müller
Humboldtstr. 30 - 3 | 50171 Kerpen
Tel.: 0 22 37 - 5618-33 | E-Mail: b.mueller(at)bauindustrie-nrw(dot)de

Sonderpreis

Ankommen in Deutschland
DB Fernverkehr AG, München

Ziel des ganzheitlichen Qualifizierungsprogramms ist es, erwachsene Geflüchtete mit elektrotechnischer Berufserfahrung zu IHK-anerkannten Elektriker:innen für Betriebstechnik zu qualifizieren, langfristig im Unternehmen zu beschäftigen und somit auch einen Beitrag zum dringenden Fachkräftebedarf der Deutschen Bahn zu leisten. Das Projekt startete im November 2015 mit 24 Teilnehmenden. An den zunächst erfolgten Sprachkurs schließt sich seit Mai 2016 eine bis zu 28 Monate dauernde Umschulung mit einer Kombination von Berufsschule (mit fachgebundenem Deutschunterricht), einer fachlichen Ausbildung sowie ein Betriebspraktikum an.

Die Jury würdigt insbesondere den ganzheitlichen Ansatz des Projektes, seine Kooperationsstruktur sowie das hohe Transferpotenzial.

Kontakt:
DB Fernverkehr AG
Udo Franziszi
Bayerstraße 16 | 80335 München
Telefon: 089 - 1308-22105 | E-Mail: udo.franziszi(at)deutschebahn(dot)com

Sonderpreis

Eignungsfeststellung, Berufsorientierung und Kenntnisvermittlung für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge
Handwerkskammer Flensburg

Heranführung an den Arbeitsmarkt, Feststellung, Beseitigung oder Verringerung von Vermittlungshemmnissen sowie Kenntnisvermittlung im gewerblich-technischen Bereich (Frisör:in, Elektro, Holz und Metall) – so lauten die beruflichen Inhalte und Ziele dieser Aktivierungs- und Vermittlungsmaßnahme, um die Integration von minderjährigen, unbegleiteten Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit zu fördern. Begleitet und ergänzt wird die Maßnahme durch zusätzlichen Berufsschul- und speziellen Deutschunterricht sowie ein betriebliches Praktikum. Das Projekt startete offiziell im Oktober 2015 mit 24 Teilnehmenden. Mittlerweile haben 34 das Projekt beendet. Acht haben am 1. August 2016 eine reguläre Ausbildung begonnen und 19 sind in eine Einstiegsqualifizierung eingemündet.

Die Jury würdigt insbesondere die im Projekt entwickelten kreativen Maßnahmen als innovativ. Sie lobt das hohe Transferpotenzial und betont die komplexe Kooperationsstruktur des Projekts.

Kontakt:
Handwerkskammer Flensburg
Björn Geertz
Johanniskirchhof 1-7 | 24937 Flensburg
Tel.: 0461 - 866-159 | E-Mail: b.geertz(at)hwk-flensburg(dot)de

Sonderpreis für Bürgerschaftliches Engagement

Berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt/Rhein-Main (BIFF)
Gemeinschaftsinitiative Frankfurter Unternehmen und der Stadt Frankfurt am Main mit lokalen Kooperationspartnern

Ziel dieser Gemeinschaftsinitiative ist es, Geflüchtete und junge Zuwanderndeab 16 Jahren in Arbeit und Ausbildung zu integrieren. Hierzu erhielten 140 Geflüchtete im Frühjahr 2016 mittels Betriebsbesuchen, Berufe-Camps und in Werkstätten einen Einblick in die Vielfalt der Berufswelt (Elektro, Metall und Mechatronik, Chemie, Lebensmitteltechnik, Logistik, Garten- und Landschaftsbau, Gebäudereinigung, Schutz und Sicherheit, Küche und mehrere Berufe für Kaufleute). Aktuell werden individuelle Qualifizierungsmaßnahmen wie zum Beispiel Einstiegsqualifizierungen durchgeführt, die 2017 in Ausbildung oder Beschäftigung führen sollen.

Die Jury würdigt insbesondere die beeindruckende Vielzahl der Projektpartner:innen, die branchenübergreifende Zusammenarbeit sowie das hohe Engagement der Unternehmenspartnerschaft, die offen für weitere Interessierte ist.

Kontakt:
Fraport AG
Wolfgang Haas
60547 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 690-66414 | E-Mail: w.haas(at)fraport(dot)de

Hermann-Schmidt-Preis

1996 wurde der Verein "Innovative Berufsbildung e.V." vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn (BIBB), und dem W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld (wbv), mit dem Ziel gegründet, innovative Entwicklungen in der Berufsbildungspraxis zu initiieren, zu fördern und öffentlich bekannt zu machen.

Seit 1997 vergibt der Verein jährlich den Hermann-Schmidt-Preis, um damit besondere Leistungen aus ausgewählten Bereichen der Berufsbildung auszuzeichnen. Namensgeber ist Prof. Dr. Hermann Schmidt, der von 1977 bis 1997 Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung war.