AEEB-Elternkurs "Auf eigenen Beinen stehen"

Auf eigenen Beinen stehen – das erscheint zunächst einmal ganz selbstverständlich. Und dennoch, das zu lernen ist gerade für Kinder in den ersten drei Lebensjahren und für Jugendliche in der Pubertät auf ganz unterschiedliche Weise ein wahres Meisterwerk. Väter, Mütter, Elternpaare sind in diesen Entwicklungsphasen ihrer Kinder mit steigenden Ansprüchen und Erwartungen konfrontiert.

"Auf eigenen Beinen stehen" ist ein Elternkurs, der bei den Fragen der Eltern ansetzt, der einlädt zum Reflektieren eigenen Handelns im Erziehungsalltag und Orientierung bietet in der Frage: "Was fördert, was hemmt die Entwicklung meiner Tochter, meines Sohnes in der jeweils spezifischen Altersphase, in den ersten drei Lebensjahren und in der Pubertät?"

Ein Kurs, der Eltern den Druck nehmen will, perfekt sein zu müssen, und gleichzeitig darüber informiert, worauf es ankommt. Ein Kurs, der Eltern einlädt und unterstützt, in Erziehungsfragen einen eigenen Standpunkt zu finden und zu lernen, auch hier "auf eigenen Beinen zu stehen".

Konzeption

Die Entwicklung des AEEB-Elternkurses "Auf eigenen Beinen stehen" konnte im Jahr 2007 abgeschlossen werden. Der Elternkurs besteht aus den beiden Kursmodulen vertrauen - spielen - lernen für Mütter und Väter von Kindern in den ersten drei Lebensjahren und Ich bin so frei - wenn Kinder flügge werden für Mütter und Väter mit Töchtern und Söhnen im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Ziele und Arbeitsweisen des Elternkurses basieren auf einem christlichen, humanistischen und pädagogischen Menschenbild sowie auf einem Zusammenspiel von Pädagogik, Religion und Werteerziehung. Der Theoriehintergrund gibt Auskunft über psychologische und pädagogische Grundlagen des Elternkurses.

Für jedes Kursmodul ist jeweils ein Ordner für Kursleitende mit CD-ROM sowie Material für Teilnehmende erhältlich.

Darüber hinaus können individualisierte Werbematerialien für Kurse wie Flyer und Plakate bestellt werden.

Theoretischer Hintergrund

Kurskonzept: vertrauen – spielen – lernenInformationen für Kursleitende

Vertrauen von Anfang an
Mit der Geburt des ersten Kindes werden gleichsam auch Vater und Mutter geboren. Aus einem Paar werden Eltern. Die Elternrolle selbst, mit der eine Vielzahl von Erwartungen und Kompetenzen verbunden ist, wird jedoch nicht mit in die Wiege gelegt. Obgleich wir von einer grundlegenden intuitiven elterlichen Kompetenz ausgehen können, erweisen sich Alltagsbedingungen und die individuellen bzw. gesellschaftflichen Erwartungen an die Elternrolle sowie die Erziehung der nachfolgenden Generation als große Herausforderung.

Im Blick auf die Erziehung Ihres Kindes sind Eltern einerseits mit steigenden Erziehungsstandards und andererseits mit einer Flut von Erziehungsratgebern konfrontiert. Die Forderung "Bildung von Anfang an" wird vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Hirnforschung und den Ansprüchen der Wirtschaft gleichermaßen erhoben. Veränderte Lebensbedingungen und der globale Konkurrenzdruck legen nahe, das Kind von Anfang an hinreichend zu unterstützen, zu fördern und für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts fit zu machen. Unsicherheiten und Missverständnisse sind damit vorprogrammiert.

Familie wird gelebt und gestaltet 
Eltern und Familien brauchen Unterstützung, denn das Gelingen von Familie ist nicht selbstverständlich. Familie ist in vielfältiger Form ein Lebens- und Lernzusammenhang, der nicht einfach "funktioniert" – weder für Kinder noch für Väter und Mütter. Familie will jeden Tag aufs Neue aktiv gelebt und gestaltet werden. Das setzt das Lernen aller Beteiligten voraus und auch die Möglichkeit dazu.

Ziele | Grundbotschaften | Aufbau der Treffen | Kursleitung

Ziele

Der Kurs soll den Eltern erzieherische Grundhaltungen vermitteln und Grundinformationen zu wesentlichen Elementen der Eltern-Kind-Beziehung in den ersten drei Lebensjahren geben:

  • Entwicklung einer vertrauensvollen, sicheren Eltern-Kind-Beziehung/Bindung
  • Selbstständigkeit als Ziel kindlicher Entwicklung
  • Bedeutung von Spielen und Lernen
  • Bewusstwerden der eigenen inneren Haltung und Wertorientierung
  • Annehmen des eigenen Soseins als Mutter/Vater

Grundbotschaften

  • Kinder kommen "kompetent" zur Welt und gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Anfang an mit.
  • In der Interaktion mit ihren "feinfühligen" Eltern (Bezugspersonen) entwickeln Kinder eine sichere Bindung und gewinnen das zum Leben notwendige Urvertrauen.
  • Kinder entwickeln im dialogischen Austausch mit den Eltern und in individuellen Erfahrungen, vor allem im Spiel, Weltverständnis und Autonomie.

Aufbau der Treffen

Jedes Treffen enthält in der Regel die folgenden Grundelemente:

  • Nach der Begrüßung folgt ein Überblick über das Treffen, der eine aktive Erwartungshaltung schafft.
  • Darauf folgt eine Reflexion der Erfahrungen mit der Beobachtungsaufgabe (ab dem 2. Treffen), die am Ende der letzten Sitzung gestellt wurde, sowie eine biografische Annäherung an das jeweilige Thema.
  • Grundinformationen zum jeweiligen Thema des Bausteins werden in kompakter und visualisierter Form geliefert.
  • Anschließend wird das Thema vertieft (bezogen auf den Erziehungsalltag) und ein Impuls zur werteorientierten Erziehung gegeben.
  • Die "Rückenstärkung" stellt ein Abschlussritual für die Eltern dar, um zu zeigen, wie wichtig Rituale in der Entwicklung von Kleinkindern sind.
  • Am Ende stellt die Kursleitung die Beobachtungsaufgabe und fasst das Treffen zum Abschluss zusammen.

Kursleitung

Die Kursleitung können Personen mit entsprechenden pädagogischen Kompetenzen übernehmen, zum Beispiel:

  • Erzieher/innen
  • Sozialpädagogen/innen
  • Absolventen/innen des Fernstudiums Erwachsenenbildung
  • Fortbildungsreferenten/innen in der Eltern-Kind-Arbeit und Familienbildung

Voraussetzungen:

  • fachliche Kompetenzen im Bereich der Erziehungsthemen und der Familienbildung
  • Didaktik und Methodik der Erwachsenenbildung
  • Gruppenleitungserfahrung in der Eltern- bzw. Erwachsenenbildung

Kurskonzept: Ich bin so freiInformationen für Kursleitende

Loslassen, aber nicht fallenlassen
Die Pubertät ist ein nicht leicht zu meisternder Übergang für Kinder und Eltern. Vieles ändert sich, wenn die Pubertät beginnt. Nichts ist mehr so, wie es war.

Eltern wollen nur das Beste für die Jugendlichen, diese wollen selbst bestimmen, was denn das für sie sein könnte. Und dennoch können Eltern sich nicht der Verantwortung entziehen. So gehören Auseinandersetzungen, das Aushandeln von Freiräumen und Grenzen zum Familienalltag.

Die Jugendlichen sind auf dem Weg, erwachsen zu werden. Sie brauchen Freiräume für eigene Entscheidungen und für Prozesse der Identitäts- und Sinnfindung. Diese Freiräume zu geben, ohne Jugendliche sich selbst zu überlassen, ist eine der zentralen Herausforderungen für Eltern. Der Prozess des Loslassens wird dabei meist als ambivalent erlebt: Mit der Entlastung der elterlichen Verantwortung ist auch ein "Verlust" verbunden, und Eltern müssen sich als Paar, als Mann oder Frau neu finden.

Familie will gelebt und gestaltet werden
Eltern und Familien brauchen Unterstützung, denn das Gelingen von Familie ist nicht selbstverständlich. Familie ist in vielfältiger Form ein Lebens- und Lernzusammenhang, der nicht einfach "funktioniert" – weder für Kinder noch für Väter und Mütter. Familie will jeden Tag aufs Neue aktiv gelebt und gestaltet werden. Das setzt das Lernen aller Beteiligten voraus und auch die Möglichkeit dazu.

Ziele | Aufbau der Treffen | Kursleitung

Ziele

Der Kurs will Eltern ermutigen, Antworten auf Erziehungs- und Beziehungsfragen zu finden:

  • Wie kann Kommunikation und Kontakt in der Pubertät gestaltet werden?
  • Wie kann die Balance zwischen "Immer mehr Freiheit geben" und "Grenzen setzen" gelingen?
  • Wie können Eltern mit dem geringer werdenden Einfluss auf ihr Kind umgehen?
  • Was kann "Ablösung" für die Eltern - als Paar, als Frau und Mann - bedeuten?

Aufbau der Treffen

Die Kurstreffen setzen sich jeweils aus verschiedenen methodischen Bausteinen zusammen.

  • Das Treffen beginnt mit einer Vorstellungsrunde (beim ersten Treffen) bzw. einer Beobachtungsaufgabenrunde, in der jeder von seinen Erfahrungen erzählt.
  • Es folgt eine Einführung in das Thema des Abends und ein passendes Fallbeispiel.
  • In Kleingruppen diskutieren die Teilnehmenden Alltagssituationen anhand der typisierten Interventions- und Lösungsmöglichkeiten.
  • Nach dem anschließenden Plenumgespräch endet das Treffen dann mit einem Ausblick und der nächsten Beobachtungsaufgabe.

Kursleitung

Die Kursleitung können Personen mit entsprechenden pädagogischen Kompetenzen übernehmen, zum Beispiel:

  • Erzieher/innen
  • Sozialpädagogen/innen
  • Absolventen/innen des Fernstudiums Erwachsenenbildung
  • Fortbildungsreferenten/innen in der Eltern-Kind-Arbeit und Familienbildung

Voraussetzungen:

  • Fachliche Kompetenzen im Bereich der Erziehungsthemen und der Familienbildung
  • Didaktik und Methodik der Erwachsenenbildung
  • Gruppenleitungserfahrung in der Eltern- bzw. Erwachsenenbildung