Fachverlag und Mediendienstleister

Vom Formular zum Fachverlag für Wirtschaft, Bildung und Verwaltung

Jürgen Bertelsmann

Jürgen Bertelsmann, der 1961 in das Unternehmen eintritt, bewirkt die technische Umstellung vom Bleisatz auf den Fotosatz und vom Buchdruck zum Offsetdruck, der Nachfolgetechnologie des schon 100 Jahre zuvor im Unternehmen betriebenen Steindrucks. Auf sein Betreiben ziehen 1972 einige Abteilungen in ein modernes Gebäude in Bielefeld-Großdornberg um. 1982 wird dieses Gebäude erweitert, die Grundstücke in der Gadderbaumer Straße werden verkauft und der gesamte Verlag bezieht die neuen Räume. Jürgen Bertelsmann wird persönlich haftender Gesellschafter und fördert den Aufbau des Verlagsbereiches Wirtschaft neben den bestehenden Bereichen Bildung und Verwaltung. Im Bereich Verwaltung nimmt ab Mitte der 80er Jahre das Programm für die Standesämter eine herausragende Stellung ein. Mit einem umfassenden Formularprogramm und attraktiven Stammbüchern der Familie wird der Vertrieb bundesweit ausgebaut.

Mit Übernahme der verlegerischen Betreuung der Zeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sind ab 1989 drei Fachzeitschriften im Verlagsprogramm. Der Deutsche Industrie- und Handelstag (heute Deutscher Industrie- und Handelskammertag – DIHK) beauftragt 1989 den W. Bertelsmann Verlag mit der Herstellung und dem Vertrieb seiner Weiterbildungsunterlagen. Über den industriellen Bereich hinaus hat der W. Bertelsmann Verlag als einziger Verlag in Deutschland die Ordnungsmittel für alle anerkannten Ausbildungsberufe im Programm.

W. Arndt Bertelsmann

1993 gibt Jürgen Bertelsmann das Unternehmen an seinen Sohn Wilhelm Arndt weiter. Der Verlag firmiert nun als GmbH & Co. KG mit der W. A. Bertelsmann Fachverlag GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin und W. Arndt Bertelsmann als geschäftsführendem Gesellschafter. Der Verlag präsentiert sich mit dem neuen Logo „wbv“.

Mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung in Berlin wird 1994 ein Vertrag über den Verlag und den Vertrieb der Veröffentlichungen des BIBB geschlossen. Das Dienstleistungsangebot wird ganz individuell auf die Bedürfnisse dieses Instituts zugeschnitten. Im Bereich Wirtschaft können neben kompetenten Autoren renommierte Institutionen als Herausgeber gewonnen werden. Die deutschen Unternehmen haben einen großen Informationsbedarf für ihre Neuorientierung in den sich immer schneller wandelnden Märkten. Mit aktuellen Veröffentlichungen zur Weiterbildung sowie zur Personal- und Organisationsentwicklung erweitert der wbv sein Verlagsprogramm.

Produktion im wbv

Durch eine bauliche Erweiterung erhalten 1995 die mehr als 100 MitarbeiterInnen mehr Raum für ihre Aktivitäten. Wie schon 100 Jahre zuvor stehen die Bereiche Verlag, Herstellung und Verlagsauslieferung in einem engen Zusammenhang und bieten den Kunden ein attraktives Leistungsspektrum. Die Bundesanstalt für Arbeit (heute Bundesagentur für Arbeit) überträgt dem Unternehmen 1997 die Gesamtverantwortung für die Informationsmappen zur Berufsinformation. Diese „Info-Mappen“ stehen bundesweit in allen Berufsinformationszentren (BIZen) zur Verfügung. Jeden Monat werden vom W. Bertelsmann Verlag über 1.000 aktuelle Seiten inhaltlich erstellt, redigiert, digital gedruckt und an alle Berufsinformationszentren versandt.

Im Jahr 1997 wird zum ersten Mal der „Hermann-Schmidt-Preis für Innovative Berufsbildung“ verliehen. Der wbv ist gemeinsam mit dem BIBB Initiator und Träger dieses Preises.

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